Furtwanglers Liebe
Wilhelm Furtwängler von Elisabeth Furtwängler
Besetzung
Programmhinweise
Wilhelm Furtwängler ist nicht nur der größte Dirigent aller Zeiten. Sein Beharren auf der in sich geschlossenen Form und auf dem Prinzip der Kadenz macht ihn zum Archetyp einer vergangenen Epoche.
Der Film wird daher ein Film von heute sein. Er verzichtet auf die üblichen Interviews mit Zeitzeugen, die inzwischen über 90 Jahre alt sind, mit einer Ausnahme: Elisabeth Furtwängler, Wilhelms Witwe, die Furtwänglers Prinzip in ihrer unbestechlichen Natur mit all ihrem Humor und Scharfsinn noch persönlich verkörpert.
Da sie so zeitlos ist, stellt sie die legitime Brücke von Furtwänglers Zeit zu unserer eigenen dar. Der Film blickt durch ihre Augen in die Vergangenheit, und es ist durch ihre Ohren, dass wir Furtwänglers Aufnahmen hören. In ihrem (Furtwänglers) Haus findet eine jener Zusammenkünfte statt, die für die großen bürgerlichen Familien um 1950 oder sogar 1895 typisch gewesen wären, und Furtwänglers Kammermusik ist hier zu hören, gespielt auf seinem Flügel, unter Kokoschkas Porträt von ihm.
Furtwängler selbst spricht durch die Musik, in Zitaten aus seinen zahlreichen schriftlichen Werken und aus Interviews. Gelegentlich blitzt ein Filmausschnitt auf, der Furtwänglers Dirigieren zeigt, doch diese sind so kurz, dass seine Magie direkt wirkt, bevor der Ausschnitt zu einem aus der Distanz betrachteten Dokument wird. Ein Essaytext vermittelt zwischen Furtwänglers Worten und denen Elisabeths und verortet das ästhetische Phänomen. Diese Tonmontage wird von einer freien Bildebene der heutigen Zivilisation und Natur unterstützt.