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Dirigent

Wilhelm Furtwängler

25. Januar 1886 - Berlin (Deutschland) — 30. November 1954 - Ebersteinburg (Deutschland)

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Über

Der deutsche Dirigent Wilhelm Furtwängler, der Sohn des Archäologen Adolf Furtwängler, verbrachte seine Jugend in München, wo sein Vater an der Universität lehrte. Er wuchs in einem humanistisch geprägten Zuhause auf. Seine musikalische Ausbildung erhielt er von Anton Beer-Waldbrunn, Josef Rheinberger und Max von Schillings. Konrad Ansorge machte ihn zu einem guten Pianisten.

Im Jahr 1906 wurde Wilhelm Furtwängler in Berlin zweiter Probenassistent. Im Alter von 20 Jahren dirigierte er Anton Bruckners Symphonie Nr. 9 in München, bevor er zunächst nach Breslau (Wrocław) und dann nach Zürich zog, wo er von 1907 bis 1909 einen Chor leitete. Danach kehrte er nach München zurück und bekleidete dort dieselbe Position unter Felix Mottl. Als Hans Pfitzner die Leitung der Straßburger Oper übernahm, ernannte er Furtwängler zum dritten Dirigenten. 1911 dirigierte Furtwängler das Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde in Lübeck.

1915 folgte er Arthur Bodanzky am Hoftheater in Mannheim nach. 1920 übernahm er von Richard Strauss die Leitung der Sinfoniekonzerte der Berliner Oper. Innerhalb von zwei Jahren erlangte er solchen Ruhm, dass er als Nachfolger von Arthur Nikisch als Leiter des Gewandhausorchesters Leipzig und der Berliner Philharmoniker berufen wurde.

1925 unternahm er seine erste USA-Tournee. 1928 folgte er Felix Weingartner als Leiter der Wiener Philharmoniker nach, lehnte jedoch gleichzeitig die Leitung der Oper ab. 1931 wurde er gemeinsam mit Arturo Toscanini musikalischer Direktor des Bayreuther Festspiels auf gleicher Ebene. Im selben Jahr war er für die Uraufführung von Hans Pfitzners Oper Das Herz in Berlin verantwortlich. Zwei Jahre später wurde er Direktor der Einrichtung; er beschäftigte zahlreiche jüdische Künstler, was vom nationalsozialistischen Regime stark kritisiert wurde.

Im Dezember 1934 trat er „aus politischen Gründen“ von seinem Posten zurück. Danach erhielt er Einladungen aus aller Welt, als Gastdirigent Sinfoniekonzerte und Opern, vor allem Werke von Richard Wagner, zu leiten. Philadelphia, New York und Wien boten ihm die Leitung ihrer Opernhäuser an, doch Furtwängler lehnte ab, da er Deutschland nicht verlassen wollte. Er wollte in Freiheit leben und im Ausland jene Werke dirigieren, die er für bedeutend hielt. Die „Hindemith-Affäre“ war einer der schwierigsten Momente seiner Karriere (Adolf Hitler und Hermann Göring hatten ihm verboten, Mathis der Maler an der Berliner Oper aufzuführen, weshalb er zurückgetreten war).

1936 bot ihm das New Yorker Philharmonische Orchester die Möglichkeit, Arturo Toscanini nachzufolgen. Er war bereit, ins Exil zu gehen. Doch in einem mysteriösen Bericht der Berliner Niederlassung der Associated Press wurde behauptet, Furtwängler sei bereit, als Leiter der Berliner Oper wieder eingesetzt zu werden. Dieser falsche Bericht löste in New York eine heftige polemische Reaktion gegen den Dirigenten aus, der daraufhin entschied, das New Yorker Orchester nicht zu übernehmen. Im selben Jahr dirigierte er erstmals seit 1931 wieder in Bayreuth.

Er dirigierte dort erneut 1937, 1943 und 1944. Dazwischen leitete er 1937 Konzerte in Paris während der Weltausstellung und dirigierte Konzerte und Opern in London. Der Zweite Weltkrieg machte jedoch Auslandsverbindungen unmöglich, und er musste sich auf sehr wenige Konzerte in Berlin beschränken. 1945 wurde seine Lage zunehmend schwierig, da die Gestapo immer mehr Druck auf ihn ausübte. Er floh in die Schweiz. In dieser Zeit arbeitete er hauptsächlich am Komponieren. Zu seinen Werken zählen das Symphonische Konzert für Klavier und Orchester (1937), die Sonate in e-Moll für Klavier und Violine (1938) und die Sonate in E-Dur für Klavier und Violine (1940). Erst im Dezember 1946 wurde er von allen Vorwürfen der Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten freigesprochen. Zwei Musiker setzten sich besonders lautstark für ihn ein: Yehudi Menuhin und Ernest Ansermet.

1947 nahm Wilhelm Furtwängler die Leitung der Berliner Philharmoniker wieder auf. Zur Wiedereröffnung des Bayreuther Festspiels 1951 dirigierte er eine bemerkenswerte Aufführung von Beethovens Symphonie Nr. 9. Seit 1947 arbeitete er unermüdlich für die Salzburger Festspiele. Tourneen durch Südamerika, in die Schweiz (besonders zu den Festspielen in Luzern), nach Italien (darunter die Mailänder Scala) sowie nach Paris und London folgten in schneller Folge. 1948 vollendete er seine Symphonie Nr. 2 in e-Moll. Nach seinem Tod wurden drei Sätze einer unvollendeten dritten Symphonie unter seinen Papieren gefunden.

Wir verdanken Wilhelm Furtwängler zahlreiche Uraufführungen: 5 Orchesterstücke op. 16 (2. Fassung 1922) und Variationen für Orchester op. 31 (1928) von Arnold Schönberg, Konzert für Klavier Nr. 1 von Béla Bartók (1927), Konzertmusik für Solobratsche op. 48 (1930), Philharmonisches Konzert (1932) und die Symphonie Mathis der Maler (1934) von Paul Hindemith, Mouvement symphonique Nr. 3 von Arthur Honegger (1933), Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 von Sergey S. Prokofjew (1932) und Vier letzte Lieder von Richard Strauss (1950).

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