Karl Richter dirigiert Brahms' Ein deutsches Requiem — Mit Evelyn Lear und Thomas Stewart
Mit dem ORTF-Orchester und den Chören
Besetzung
Evelyn Lear — Sopran
Thomas Stewart — Bariton
Chöre der ORTF
René Halix — Chorleiter
Orchester des ORTF
Karl Richter — Dirigent
Programmhinweise
Zwischen 1963 und 1971 feierte das Programm Prestige de la musique klassische Musik im französischen Fernsehen, und die größten Künstler traten gemeinsam mit dem ORTF-Orchester—heute umbenannt in das Radio France Philharmonic Orchestra—auf der Bühne der Salle Pleyel auf. Dieses Archiv aus dem Jahr 1966 hebt eines der denkwürdigsten Chorwerke in der Musikgeschichte hervor: Brahms’ Ein deutsches Requiem. Karl Richter dirigiert das Philharmonische Orchester und die Chöre des ORTF, während Evelyn Lear und Thomas Stewart die Solopartien übernehmen.
Tief betroffen vom Tod seines Mentors und Freundes Robert Schumann im Jahr 1856 und später vom Verlust seiner Mutter im Jahr 1865, begann Brahms mit der Komposition eines Chorwerks, das ihm durch seine Trauer helfen sollte. Ein deutsches Requiem löst sich von traditionellen liturgischen Konventionen: Es ist weit entfernt von einer Totenmesse im engeren Sinne, verfolgt einen entschieden spirituellen Ansatz und entnimmt seine Texte der deutschen Bibel statt der üblichen lateinischen Liturgie. In sieben Sätzen von großer expressiver Intensität strukturiert, zeichnet das Requiem eine innere Reise der Seele—vom Schmerz über Mitgefühl bis hin zur Hoffnung. Dabei erfüllte der Komponist eine Prophezeiung, die Schumann selbst ein Jahrzehnt zuvor geäußert hatte: „Wenn er Chor und Orchester mit seinem Zauberstab berührt, bereit, ihm all ihre Kraft zu bringen, werden uns wunderbare Einblicke in die Geheimnisse der geistigen Welt offenbart.“
