Programm

Ludwig van Beethoven, Symphony No. 7 in A Major, Op. 92

1. Poco sostenuto – Vivace

2. Allegretto

3. Presto – Assai meno presto

4. Allegro con brio

Paul Dukas, The Sorcerer's Apprentice

Ernest Ansermet dirigiert Beethoven und Pierre Monteux dirigiert Dukas.

Philharmonisches Orchester der ORTF, London Symphony Orchestra

Abonnenten

Besetzung

Orchester des ORTF

Ernest Ansermet  — Dirigent

Londoner Symphonie-Orchester

Pierre Monteux  — Dirigent

Programmhinweise

In ihren letzten Jahren entfachten Ansermet und Monteux ein Feuer in ihren Orchestern. Die Kunst der Großen.

Auf der einen Seite haben wir den Mathematiker, der sich für Theorie begeistert, der spät zur Musik kam und gelehrte Artikel sowie lange Bücher schreibt (Les Fondements de la musique dans la conscience humaine); auf der anderen Seite den Musiker, der seine Karriere als Geiger bei den Folies Bergères begann und dessen buschiger Schnurrbart sein Markenzeichen ist: Er ist charmant. Ernest Ansermet und Pierre Monteux scheinen nichts gemeinsam zu haben. Tatsächlich haben sie sehr viel gemeinsam!

Beide begannen ihre Karrieren dank Serge de Diaghilev, der sie als Dirigenten für die Russischen Ballette engagierte, nur wenige Jahre auseinander. Für beide war Igor Stravinsky ein entscheidender Meilenstein in ihrem Musikerleben: Ansermet trifft Stravinsky 1913 und wird sein Freund. Er dirigierte die Uraufführungen von Stravinskys A Soldier's Tale, The Song of the Nightingale, Pulcinella, The Fox and The Wedding. Im selben Jahr 1913 in Paris, am 29. Mai, dirigierte Pierre Monteux die Uraufführung von The Rite of Spring im Théâtre des Champs Elysées, was einen der größten Skandale in der Musikgeschichte auslöste. Er dirigierte auch die Uraufführungen von Stravinskys Petrushka und The Nightingale. Schließlich ist in diesem Spiel der Gemeinsamkeiten noch eine weitere offensichtlich: Beide spielten wichtige kreative Rollen nicht nur mit Stravinskys Werk, sondern auch bei der Leitung der „Uraufführungen“ bedeutender Werke von Debussy, Ravel, de Falla, Saint-Saëns, Prokofiev, Britten…

Bei beiden Männern verbindet sich diese Abenteuerlust mit einem unersättlichen Appetit darauf, Orchester und alle Repertoires zu dirigieren. Ernest Ansermet gründete 1918 das Orchestre de la Suisse Romande, das er bis zu seinem Tod 1969 leitete. Pierre Monteux hingegen dirigierte viele renommierte Orchester in den Vereinigten Staaten, darunter das Boston Symphony Orchestra, das San Francisco Symphony Orchestra und das NBC Symphony Orchestra. 1961 wurde er zum Chefdirigenten des London Symphony Orchestra ernannt, wo er bis zu seinem Lebensende 1964 blieb.

Der Film zeigt Ansermet 1967 in Paris, wie er das ORTF-Orchester in einer spannungsgeladenen, glühenden Interpretation von Beethovens Siebter Symphonie mit beispielhafter Präzision dirigiert. Zwei Jahre vor seinem Tod widerlegt der Schweizer Dirigent all jene, die ihn im romantischen Repertoire nicht für auf der Höhe hielten. Sie sollten sich diese Version von Beethovens Siebter anhören.

Und man sollte auch hören, wie Monteux im Alter von vierundachtzig Jahren das London Symphony Orchestra in Dukas’ Der Zauberlehrling dirigiert. Er ist der Zauberer und setzt den Saal buchstäblich in Brand. Ein reines Vergnügen!

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