Paavo Berglund dirigiert Sibelius' Symphonie Nr. 7 — Mit dem Kammerorchester Europa
Der legendäre Zyklus der Sibelius-Symphonien von 1998
Besetzung
Paavo Berglund — Dirigent
Programmhinweise
Nach sechs fesselnden und dramatisch vielfältigen Beiträgen zum Genre schloss Sibelius seinen symphonischen Zyklus mit vielleicht seinem originellsten Werk ab. Sibelius’ Siebte Symphonie trotzt Struktur-, Tonalitäts- und Tempokonventionen—sie besteht aus nur einem Satz statt vier, wechselt zwischen dem leuchtenden C-Dur und dem düsteren c-Moll und durchläuft 11 verschiedene Tempobezeichnungen. Der Komponist sagte einst: „Das Gerüst einer Symphonie muss so stark sein, dass es einen zwingt, ihm zu folgen, unabhängig von der Umgebung und den Umständen“, Worte, die kaum besser zu dieser exquisiten Komposition passen könnten. Ursprünglich vom Komponisten als „Symphonische Fantasie“ bezeichnet, ist die Siebte Symphonie ein musikalischer Wirbelwind aus komplexen Ideen und überströmender Emotion, der in einem kathartischen Finale gipfelt, das das Stück mit überwältigender Schönheit abschließt.
Ein Moment zum Hinhören in… Sibelius’ Siebte Symphonie: Ein idyllisches Bild, gemalt von lyrischen Violinen und Oboen (13:45), schwebt sanft zu den Celli (14:18) und führt eine neue, volksliedinspirierte Melodie ein (14:22), freudig und lebhaft, die einem anderen „jeux d’eaux“ (14:32) weicht, das funkelt und verklingt, bevor es melodische Fragmente unseres verspielten, ländlichen „Idylls“ (16:36) wieder aufnimmt.
Über diesen Zyklus: Es wäre schwierig, über das Leben und Werk des finnischen Dirigenten Paavo Berglund zu sprechen, ohne den Namen seines illustren Landsmanns, des Komponisten Jean Sibelius, zu erwähnen—aber das Gegenteil ist ebenso wahr, denn Berglund verbrachte ein Leben lang damit, die tiefgründigen Tiefen von Sibelius’ Musik zu erforschen und einem immer größeren Publikum zugänglich zu machen. Nach drei Einspielungen der kompletten Sibelius-Symphonien auf CD kehrte Berglund 1998, im Alter von fast 70 Jahren, mit einer Einsicht zurück—geformt über Jahrzehnte—, die wohl kein anderer Dirigent je erreicht hat.
Seine einzigartige Perspektive, mit einem feinen Ohr für subtile Details und einer bemerkenswerten Klangklarheit, fand einen perfekten Ausdruck im makellosen Chamber Orchestra of Europe. Das Ensemble, hier mit einer kleineren Streichersektion als in den meisten Sibelius-Zyklen ausgestattet, bringt bisher ungehörte Nuancen in diesen sieben Meisterwerken der Spätromantik zum Vorschein. Diese ikonischen Interpretationen, voller Emotion und Intensität, sind jetzt als Video und Streaming rund um die Uhr auf medici.tv verfügbar.
