Paavo Berglund dirigiert Sibelius' Symphonie Nr. 2 — Mit dem Kammerorchester Europa
Der legendäre Zyklus der Sibelius-Sinfonien von 1998
Besetzung
Paavo Berglund — Dirigent
Programmhinweise
Energisiert von der Sonne und der Vitalität der italienischen Riviera-Stadt Rapallo, mit Don Juan und Dante, die in seinem Kopf umherschwirrten, schrieb Sibelius die ersten Keimzellen seiner Zweiten Symphonie, einen großen Fortschritt in seinem unermüdlichen Bestreben, seinen eigenen persönlichen Stil zu entwickeln und zu verfeinern. In struktureller Hinsicht begab sich der große finnische Komponist mit diesem Werk auf terra incognita, obwohl die Texturen und Motive dieser fesselnden Partitur noch viel Beethoven, Brahms und sogar Tschaikowsky verdanken.
Ein Moment zum Hinhören in… Sibelius’ Zweite Symphonie: Eine dunkle Holzbläsersektion schwebt ruhig über einem Cello-Pizzicato (12:25), bis die Streicher ein eindringliches Lied spielen (12:51), das an Intensität gewinnt und, anstatt zu einem erwarteten orchestralen Höhepunkt zu führen, der Flötengruppe erlaubt, sich in einem farbenfrohen, dreischichtigen Abschnitt (13:35) einzufügen – ein typisches Merkmal in Sibelius’ Orchesterkompositionen.
Über diesen Zyklus: Es wäre schwierig, über das Leben und Werk des finnischen Dirigenten Paavo Berglund zu sprechen, ohne den Namen seines illustren Landsmanns, des Komponisten Jean Sibelius, zu erwähnen – aber das Gegenteil ist ebenfalls wahr, denn Berglund verbrachte sein Leben damit, die tiefgründigen Tiefen von Sibelius’ Musik zu erforschen und einem immer breiteren Publikum zugänglich zu machen. Nach drei Einspielungen der kompletten Sibelius-Symphonien auf CD kehrte Berglund 1998, im Alter von fast 70 Jahren, mit einem Erkenntnisstand – geformt über Jahrzehnte – zu diesen titanischen Werken zurück, wie ihn wohl kein anderer Dirigent je erreicht hat.
Seine einzigartige Perspektive, mit einem feinen Ohr für subtile Details und einer bemerkenswerten Klangklarheit, fand einen perfekten Ausdruck im makellosen Chamber Orchestra of Europe. Das Ensemble, hier mit einer kleineren Streicherbesetzung als in den meisten Sibelius-Zyklen, bringt bisher ungehörte Nuancen in diesen sieben Meisterwerken der Spätromantik zum Vorschein. Diese ikonischen Interpretationen, voller Emotion und Intensität, sind jetzt als Video und Streaming rund um die Uhr auf medici.tv verfügbar.
