Programm

Gustav Mahler, Symphony No. 3 in D Minor

1. Kräftig. Entschieden

2. Tempo di Menuetto, sehr mäßig

3. Comodo. Scherzando. Ohne Hast

4. Sehr langsam. Misterioso

5. Lustig im Tempo und keck im Ausdruck

6. Langsam. Ruhevoll. Empfunden

Claudio Abbado dirigiert Mahlers Symphonie Nr. 3.

Lucerne Festival 2007

Abonnenten

Besetzung

Anna Larsson  — Sänger (für männlich) / Sängerin (für weiblich), Mezzosopran

Tölzer Knabenchor

Arnold Schönberg Chor Wien

Lucerne Festival Orchester

Claudio Abbado  — Dirigent

Programmhinweise

Die Dritte Symphonie, aufgeführt am 20. August 2007 beim Lucerne Festival, bestätigt, welch großer Mahlerianer Abbado war.

„Man braucht die Landschaft nicht anzuschauen, sie ist alle in meiner Symphonie.“ Mit diesen Worten, bezogen auf die Dritte Symphonie, empfängt Gustav Mahler 1896 den Dirigenten Bruno Walter, der ihn in Steinbach-am-Attersee, seinem Ferienhaus in Österreich, besucht. Die Dritte, die längste von Mahlers Symphonien (etwa anderthalb Stunden), ist eine Ode an die Natur, aber eine Natur, aus der viele Qualen hervorgehen.

Schon vom Beginn des gewaltigen ersten Satzes sind wir wie vom Blitz getroffen. Abbados scharfe Leitung unterstreicht die Ironie der Musik: Hinter den Titeln, die der Komponist jedem der sechs Sätze gegeben hatte („Der Sommer marschiert ein“, „Was mir die Blumen auf der Wiese erzählen“, „Was mir die Tiere im Walde erzählen“, „Was mir der Mensch erzählt“, „Was mir die Engel erzählen“, „Was mir die Liebe erzählt“) und die er später wieder entfernte, liegt all die Ambivalenz Mahlers; unter der Süße liegt das Gift.

Nach der Zweiten Symphonie (2003), der Fünften Symphonie (2004) und der Sechsten Symphonie (2006) bestätigt die Dritte Symphonie, aufgeführt am 20. August 2007 beim Lucerne Festival, welch großer Mahlerianer Abbado war. Die Jahre, in denen er bei Hans Swarowsky in Wien ausgebildet wurde und so mit der mitteleuropäischen Kultur vertraut wurde, sowie seine enorme Vertrautheit mit dem Mahler’schen Werk (er hat alle Symphonien für Deutsche Grammophon aufgenommen), verleihen ihm größte Leichtigkeit. Ohne jemals zu übertreiben oder zu überladen, wirft er elegant viel Licht auf eine schwierige Partitur, ohne ihr das Geheimnis zu nehmen.

In sehr guter Form scheint das Lucerne Festival Orchester, das ihn seit 2003 auf diesem Mahlerischen Abenteuer begleitet, in perfekter Einheit mit seinem Dirigenten zu stehen.

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