Vladimir Ashkenazy spielt Schumanns Symphonische Etüden, Op. 13 und Papillons, Op. 2.
Ein Film von Christopher Nupen
Besetzung
Wladimir Aschkenasi — Klavier
Programmhinweise
Dass Robert Schumann ein schwieriges und von Problemen geprägtes Leben führte, ist gut dokumentiert, und ein Großteil seiner Werke — voller Spannung, Eigenart und einer bemerkenswerten, nahezu unvergleichlichen Erfindungskraft — ist berüchtigt schwer zu fassen. Vladimir Ashkenazy entwirrt in diesem Saisonabschlusskonzert aus der Royal Festival Hall von 1985 mühelos alle technischen Schwierigkeiten und navigiert mit dem Flair eines vollendeten Künstlers durch das steinige expressive Terrain — er hat diese Musik studiert und mit ihr gelebt, und seine Liebe zum Detail zeigt sich in dieser exquisit ausgearbeiteten Interpretation von zwei schumannschen Meisterwerken.
Ashkenazy eröffnet das Programm mit den Papillons, Op. 2, einer Sammlung von Miniaturen, die einen Maskenball hervorrufen sollen und zumindest teilweise vom deutschen Romantiker Jean Paul inspiriert sind; in Briefen schwankte Schumann darüber, inwieweit Pauls Flegeljahre die Themen und Motive des Werks beeinflussten. Die lebhaften Papillons weichen den Symphonischen Etüden, Op. 13, einer wegweisenden Komposition der Klavierliteratur — einem hochgradig experimentellen Thema mit Variationen, die voller komplexem, vielschichtigem Kontrapunkt stecken, sich von Genre-Konventionen befreien und eine virtuose technische Beherrschung erfordern. Ashkenazy löst das Rätsel Schumann und liefert eine Goldstandard-Interpretation, ein „allmähliches Aufknöpfen reicher pianistisch-fantastischer Elemente … gipfelnd in einem großartigen Ausbruch durch die punktierten Rhythmus-Fiesta des Finales“ (The Times).
