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Sopran

Camilla Nylund

11. Juni 1968 - Vaasa

© Anna S

Über

Camilla Nylund, geboren in Vaasa (Finnland), studierte zunächst bei Eva Illes, später in der Opern- und Liedklasse am Mozarteum in Salzburg. Im Dezember 1995 wurde ihr von der Internationalen Mozarteum Stiftung die Lilli-Lehmann-Medaille verliehen.

Nach festen Engagements in Hannover und an der Semperoper Dresden zählt Camilla Nylund heute zu den international gefragtesten Sängerinnen ihres Fachs und ist regelmäßiger Gast an allen großen Opernhäusern – an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper München, der Metropolitan Opera New York, der Mailänder Scala, der Pariser Bastille, den Staatsopern Berlin und Hamburg, der Deutschen Oper Berlin, bei den Bayreuther und Salzburger Festspielen, in Barcelona, Valencia, Zürich, Helsinki, Köln, Frankfurt, Amsterdam, Tokio, San Francisco.

Das Repertoire der Künstlerin umfasst alle großen Partien des klassisch-romantischen Repertoires. Besonders mit ihrer Interpretation von Richard Wagner – Elisabeth, Elsa, Sieglinde, Senta, Isolde, Brünnhilde – und Richard Strauss – Marschallin, Arabella, Gräfin (Capriccio), Chrysothemis, Kaiserin (Frau ohne Schatten), Ariadne, Salome – setzt Camilla Nylund immer wieder neue künstlerische Maßstäbe.

Neben ihrer aktiven Tätigkeit auf den internationalen Opernbühnen ist sie auch regelmäßiger Gast in allen großen Konzerthäusern – Konzerthaus und Philharmonie Berlin, Herkulessaal München, „Isarphilharmonie“ München, Gewandhaus Leipzig, Concertgebouw Amsterdam, Wiener Musikverein, Wiener Konzerthaus, Elbphilharmonie Hamburg, Tonhalle Zürich, in Rom, bei den BBC Proms, in Philadelphia, Cleveland, Boston.

Sowohl im Opern- als auch im Konzertbereich arbeitet Camilla Nylund mit allen großen Maestri unserer Zeit zusammen – wie Zubin Mehta, Sir Simon Rattle, Christian Thielemann, Andris Nelsons, Daniel Barenboim, Esa-Pekka Salonen, Vladimir Jurowski, Gianandrea Noseda, Riccardo Muti, Marek Janowski, Kent Nagano, Karina Canellakis, Simone Young, Susanna Mälkki, Omer Meir Wellber und Lahav Shani.

Seit vielen Jahren ist Camilla Nylund eine feste Größe bei den Bayreuther Festspielen. 2011 gab die Künstlerin ihr Debüt auf dem „Grünen Hügel“ als Elisabeth in Tannhäuser. In den folgenden Jahren war sie als Sieglinde (Walküre), Eva (Meistersinger) sowie in der Rolle der Elsa (Lohengrin) zu erleben.

2017 erweiterte Camilla Nylund ihr Repertoire um eine spannende neue Partie: Marie in Wozzeck (Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf). 2021 folgte ihr erstes Jenůfa (Staatsoper Berlin). Im Januar 2022 feierte sie ein vielbeachtetes Debüt in der Partie einer Frau in Arnold Schönbergs Monodrama Erwartung an der Oper Frankfurt. Ihre Interpretation der Katerina (Lady Macbeth von Mzensk) in einer Neuproduktion an der Staatsoper Hamburg im Januar 2023 wurde vom Publikum und der Presse gleichermaßen begeistert aufgenommen.

An der Oper Zürich debütierte sie in den vergangenen beiden Spielzeiten mit großem Erfolg als Isolde (Tristan und Isolde) und Brünnhilde (Walküre, Siegfried). In der Spielzeit 2023/24 gab sie ihr Debüt als Brünnhilde in Götterdämmerung, ebenfalls in Zürich, mit überwältigendem Kritikerlob. Im Mai 2024 wird sie dort im kompletten Ring-Zyklus zu erleben sein.

Die Spielzeit 2023/24 führt sie zudem zurück an die Wiener Staatsoper (Fledermaus, Elektra, Salome). Neben Tristan und Isolde übernimmt sie die Rolle der Kaiserin in einer Neuproduktion von Die Frau ohne Schatten an der Semperoper Dresden – eine ihrer Paraderollen. Die Saison endet mit einer Neuproduktion von Tristan und Isolde bei den Bayreuther Festspielen (Regie: Thorleifur Örn, Musikalische Leitung: Semyon Bychkov).

Camilla Nylund widmet dem Genre des Rezitals ebenfalls besondere Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit Helmut Deutsch widmet sie ihre Rezitalprogramme den romantischen deutschen Liedern sowie den Komponisten ihrer skandinavischen Heimat, insbesondere Jean Sibelius. Neben verschiedenen Konzertengagements ist Camilla Nylund in der Spielzeit 2023/24 in Rezitalen im Musikverein Graz und Baden-Baden zu hören.

Die vielseitige Künstlerin zeigte während der Corona-Pandemie bisher unbekannte Facetten. Nach einer Idee von André Heller, den sie bei einer Neuproduktion von Der Rosenkavalier an der Staatsoper Berlin kennenlernte, entstand das Projekt „Great American Songbook”. In diesem für ORF III aufgezeichneten Konzertfilm interpretiert sie gemeinsam mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Marin Alsop Liebeslieder im Geist des US-Showbusiness von den 1930er bis 1970er Jahren in abwechslungsreichen Arrangements von „Combo“ bis großem sinfonischem Orchester. Eine DVD und CD des Projekts wurden im Dezember 2022 bei Naxos veröffentlicht.

In Anerkennung ihrer künstlerischen Leistungen erhielt Camilla Nylund zahlreiche Auszeichnungen. Im November 2022 wurde ihr der Lotte-Lehmann-Gedenkring verliehen – einer der weltweit renommiertesten Preise für Opernsängerinnen. Im September 2022 wurde sie gemeinsam mit weiteren hochkarätigen Preisträgern mit dem Europäischen Kulturpreis in der Tonhalle Zürich ausgezeichnet. Zur Würdigung der langjährigen und erfolgreichen künstlerischen Verbindung mit der Wiener Staatsoper wurde der Künstlerin der Titel Österreichische Kammersängerin verliehen (2019). Die Semperoper Dresden ernannte Camilla Nylund zudem zur Sächsischen Kammersängerin. Sie ist außerdem Trägerin des Christel-Goltz-Preises der Semperoper (2000), des Kulturpreises des Schwedischen Kulturfonds in Finnland, der Pro Finlandia-Medaille, verliehen vom finnischen Präsidenten (2013), sowie des Finnischen Staatspreises für Musik (2019).

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