Königliches Opernhaus Wallonien-Lüttich

Lüttich, Belgien

Über

Lüttich und die Oper: ein Gebäude, eine Geschichte

Obwohl Theater und Musik schon immer eine wichtige Rolle im kulturellen Leben der Stadt Lüttich gespielt haben, entstand eine echte Institution erst vor etwa 200 Jahren. Das Lütticher Theater wurde am 4. November 1820 eingeweiht und wurde auf den Ruinen eines ehemaligen Dominikanerklosters errichtet, das der Stadt von Wilhelm von Oranien unter der Bedingung übergeben wurde, dass der Stadtrat ein Theater errichtet.

Der Architekt Auguste Dukers war für den Bau verantwortlich, und der Grundstein wurde 1818 gelegt. Zwei Jahre später entdeckten die Stadtbewohner die Kolonnade, die die Fassade harmonisch mit der kubischen Form dieses eleganten neoklassizistischen Gebäudes verband.

Um dem größten in Lüttich geborenen Komponisten zu huldigen, wurde vor dem Opernhaus eine Statue von André Grétry errichtet. Die Statue von André Grétry beherbergt seit 1842 das Herz des Komponisten.

Der Erste Weltkrieg war eine schwierige Zeit für die Stadt Lüttich. Das Gebäude wurde von der deutschen Armee requiriert und als Stall und Schlafsaal genutzt. Erst 1919 kehrte das Gebäude zu seinem ursprünglichen Zweck zurück.

Die Saison 1967 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der musikalischen Institution mit der Gründung der Opéra Royal de Wallonie-Liège, die die ehemaligen Gesellschaften des Theaters von Lüttich und des Theaters von Verviers vereinte. Die aufeinanderfolgenden Direktoren der Opéra Royal de Wallonie-Liège, Raymond Rossius, Paul Danblon, Jean-Louis Grinda, Stefano Mazzonis di Pralafera, haben seitdem einen unauslöschlichen Eindruck im kulturellen Leben der Stadt hinterlassen.

Mehrfach renoviert, 1930, 1959, 1976, 1999 und zuletzt von 2009 bis 2012, bietet das Gebäude heute dem Zuschauer einen bemerkenswerten Rahmen, der moderne und antike Elemente verbindet, wobei historische Teile wie das große Foyer, die großen Treppenhäuser und der Saal ihren ursprünglichen Glanz zurückerlangten.

Gründung

Die 1967 gegründete asbl-Opéra Royal de Wallonie-Liège wird zu einem großen Teil von der Fédération Wallonie-Bruxelles sowie der Stadt und Provinz Lüttich subventioniert. Sie ist eines der drei großen Opernhäuser Belgiens. Seit ihrer Gründung hat die Institution ihren Sitz im Théâtre Royal de Liège, einem schönen Gebäude des 19. Jahrhunderts, das von der Stadt Lüttich gestiftet wurde (eingeweiht am 4. November 1820).

Geografische Lage

Ihre geografische Lage im Herzen von Lüttich und der Euregio, an der Kreuzung zwischen Deutschland, den Niederlanden, dem Großherzogtum Luxemburg und Frankreich, zieht ein belgisches und internationales Publikum an.

Leitung

Seit 2007 ist Stefano Mazzonis di Pralafera der Generaldirektor der Institution. Er bekleidet auch die Position des künstlerischen Leiters, unterstützt von Paolo Arrivabeni, dem Musikdirektor, dessen Talent weltweit anerkannt und geschätzt wird, sowie von Marcel Seminara, dem Chorleiter.

Repertoire und Besetzung

Werke aus dem Repertoire des 19. Jahrhunderts (Verdi, Puccini, Massenet usw.) nehmen einen großen Platz im Programm unseres Theaters ein, doch die Oper hat auch eine Entdeckungsmission. So öffnet das in Lüttich ansässige Opernhaus seine Türen für das weniger bekannte Repertoire des 18. Jahrhunderts mit Komponisten wie Cherubini, Galuppi, Gluck und Grétry.

Im Laufe der Jahre hat die Opéra Royal de Wallonie-Liège internationale Anerkennung erlangt und sich als wichtiger Akteur in ihrer Stadt, Region sowie auf nationaler und internationaler Ebene etabliert. Ruggero Raimondi, Juan Diego Florez, Deborah Voigt, Jose Cura, José Van Dam, Patrizia Ciofi, Daniela Dessi, Fabio Armiliato, Petrika Ionesco, Gianlugi Gelmetti und Riccardo Mutti sind unter anderem Künstler, wenn nicht sogar Stars, die regelmäßig an der Opéra Royal de Wallonie-Liège auftreten. Die Institution ist jedoch auch bestrebt, lokale und/oder aufstrebende Künstler zu entdecken. Deshalb engagiert sich die Opéra Royal de Wallonie-Liège jedes Jahr dafür, Besetzungen anzubieten, die diese Künstler harmonisch miteinander verbinden.

Das Orchester und der Chor sind äußerst fähig und glänzen in vielen Operngenres. Diese Leichtigkeit wird nicht nur vom Publikum, sondern auch von der Fachpresse und Fachleuten aus der Opernwelt anerkannt. Die Oper wird auch regelmäßig eingeladen, im Ausland aufzutreten, zum Beispiel beim Balbeeck International Festival und dem Santander Festival.

Co-Produktion

Die Opéra Royal de Wallonie-Liège verfügt über große Einrichtungen, die der Herstellung von Kostümen und Bühnenbildern gewidmet sind. So werden jede Saison 3 bis 4 Produktionen in ihren Werkstätten realisiert. Das Know-how ihrer Handwerker trägt ebenfalls zum Ruhm und Prestige der Institution bei. Dieser Ruf ermöglicht es auch, zahlreiche Aufführungen mit Schweizer, italienischen, französischen, spanischen oder sogar amerikanischen Opernhäusern koproduzieren und starke Beziehungen zu einer Reihe ausländischer Institutionen (San Francisco, Washington, Lausanne, Madrid, Oviedo, Santiago, die Opéra-Comique in Paris, die Opéra de Monte Carlo, Turin, Palermo, Triest, Bologna, Tel Aviv …) aufzubauen. Dies hindert sie jedoch nicht daran, vollständig in das lokale und kulturelle Gefüge der Gemeinschaft integriert zu sein und Produktionen anzubieten, die sich besonders an ein junges Publikum richten, insbesondere im Bildungsbereich.

Übertragung

Die Opéra Royal de Wallonie-Liège geht mit der Zeit und innoviert. Seit 2010 werden sechs Opern pro Saison live und kostenlos im Internet übertragen. Einige von ihnen wurden auf DVDs und/oder CDs veröffentlicht.

Videos zum (Wieder)Entdecken