La Grange au Lac
Musikalische Begegnungen in Évian
Évian, Frankreich
© Marco Borggreve
Über
La Grange au Lac mit 25 Jahren
Antoine Riboud und Patrick Bouchain stellten sich die Grange au Lac als eine völlig neue Art von Konzertsaal vor, erdacht durch die Vorstellungskraft des großen Mstislav Rostropovich, dessen Aufführungen sie später im Rahmen der Rencontres Musicales (Musikalische Begegnungen) Konzertreihe zum Leben erwecken würden.
Im Jahr 2014 leitete das Modigliani-Quartett eine zweite Inkarnation der Musikalischen Begegnungen ein, und die Grange au Lac gewann schnell ihr Publikum zurück und zog erneut brillante Künstler an. Viel mehr als nur ein Konzertort ist der Saal zu einer wahren musikalischen Institution geworden.
Ein einzigartiger Konzertsaal
Die Grange au Lac entstand aus einer starken Freundschaft zwischen Antoine Riboud, damals CEO von BSN (später Dannon), und dem legendären Cellisten Mstislav Rostropovich. In Évian gründete der musikliebende Geschäftsmann ein klassisches Musikfestival und bot dessen Leitung seinem Freund an. Rostropovich verwandelte es in ein bedeutendes Ereignis im musikalischen Leben Frankreichs und später Europas. Die Rencontres Musicales d’Évian florierten und wurden zu einem unverzichtbaren Treffpunkt für große Künstler.
Vor 25 Jahren entschied sich Antoine Riboud, dem Festival einen neuen Konzertsaal zu schenken. Rostropovich hatte das Zeltkonzert von Menuhin in Gstaad gesehen und träumte davon, eines aus Holz zu bauen. Diese architektonische und akustische Herausforderung gab Riboud dem ikonoklastischen Architekten Patrick Bouchain…
Mit Hilfe des Akustikers Yaying Xu nahm Patrick Bouchain die Herausforderung an, dieses „Holzzelt“ mit 1120 Sitzplätzen zu errichten. Er vollendete es in Rekordzeit (8 Monate), trotz erheblicher Einschränkungen (es durfte nicht in den Felsen gegraben werden, der die Quelle von Évian schützt, und keine Bäume durften gefällt werden), schwieriger Bedingungen (ein schräges Grundstück, Wintermonate) und eines kleinen Budgets (10 Millionen Franken).
Am 20. Mai 1993 wurde der Saal vom Kulturminister Jacques Toubon eingeweiht. Er ist fast vollständig aus Zeder und Kiefer gebaut, mit einer riesigen Aluminiumschale als Decke, um perfekte Akustik zu gewährleisten. Die Grange klingt so schön wie das Innere eines Cellos, und hinter der Bühne erinnert eine Birkenverkleidung an das Erbe des Cellisten, dem der Saal gewidmet ist. Die Kombination aus luxuriösen Kristallleuchtern und hölzernen Podesten macht diese scheinbar einfache grange („Scheune“) zweifellos zu einem der schönsten Konzertsäle der Welt!

