Kurt Weills Straßenszene
John Fulljames (Regisseur), Tim Murray (Dirigent) — Mit Geoffrey Dolton, Jeni Bern, Scott Wilde...
Besetzung
John Fulljames — Bühnenregisseur
Dicker Vogel — Szenenbild und Kostümdesign
James Farncombe — Beleuchtung
Poti Martin — Sound Designer
Paulo Szot — Frank Maurrant
Patricia Racette — Anna Maurrant
Mary Bevan — Rose Maurrant
Geoffrey Dolton — Abraham Kaplan
Programmhinweise
Ein Mietshaus auf der Ostseite Manhattans ist unser Fenster zu einer Vielzahl prekärer Leben, die an ihre Grenzen gedrängt sind. Romantik, Streitigkeiten, Klatsch, Verrat und ständige Spannungen prägen den Alltag dieser Nachbarschaft in der sozialbewussten Street Scene, der ersten Oper, die Kurt Weill in den Vereinigten Staaten nach seiner Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung komponierte. Die Brillanz der Musik ergänzt ein spritziges Libretto von Elmer Rice—eine Adaption seines mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten gleichnamigen Stücks—sowie die Liedtexte des legendären Dichters der Harlem Renaissance Langston Hughes.
Weill strebte danach, eine „amerikanische Oper“ zu schreiben, die auf Broadway-Musicals, Blues und Jazz basiert, dabei aber stets die europäische Operntradition—Rezitative, Arien, Ensembles—im Blick behält, in die er vor seiner Überquerung des Atlantiks eingetaucht war. Das Endprodukt liegt irgendwo zwischen Weills Dreigroschenoper (eine Zusammenarbeit mit Brecht und Ursprung des berühmten „Mack the Knife“) und Bernsteins West Side Story: eine meisterhafte Darstellung des Alltagslebens in einer Großstadt, brutal realistisch, aber mit einer feinen poetischen Sensibilität.
Unter der präzisen Leitung von Tim Murray bringt diese neue Inszenierung von John Fulljames, mit einem erstklassigen Vokalensemble, die Vitalität und Energie der New Yorker Straßen, die Weills brillanten theatralischen Geist inspirierten, lebendig zum Ausdruck.