Puccinis Edgar
Lorenzo Mariani (Regisseur), Yoram David (Dirigent) — Mit José Cura (Edgar), Amarilli Nizza (Fidelia), Julia Gertseva (Tigrana)...
Besetzung
Lorenzo Mariani — Bühnenregisseur
Maurizio Balò — Szenenbild und Kostümdesign
Christian Pinaud — Beleuchtungsdesigner
Elisabetta Marini — Stellvertretender Regisseur
Alessandra Gramaglia — Assistent/in Kostümdesigner/in
José Cura — Edgar
Amarilli Nizza — Fidelia
Julia Gertseva — Tigrana
Programmhinweise
Puccinis Opern gehören zu den beliebtesten und bekanntesten Werken im klassischen Repertoire, aber Edgar ist möglicherweise selbst Kennern unbekannt, zumindest in der hier präsentierten Form. Diese originale vieraktige Version von Edgar, die erstmals 1889 aufgeführt wurde, galt über ein Jahrhundert lang als verschollen, bis Puccinis Enkelin Simonetta 2008 die Partitur vollständig intakt entdeckte. Neben der Trauermusik des dritten Akts, die Arturo Toscanini 1924 bei Puccinis Beerdigung dirigierte, könnten Zuhörer das Duett aus dem nun wiederhergestellten vierten Akt erkennen, das Puccini bei späteren Überarbeitungen des Werks gestrichen hatte: Es weist mehr als nur eine oberflächliche Ähnlichkeit mit dem Duett im dritten Akt von Tosca auf.
Für die erste Aufführung der Originalpartitur seit dem neunzehnten Jahrhundert schlüpft der versierte argentinische Tenor José Cura in die Titelrolle, einen Mann, der zwischen seiner Liebe zur tugendhaften Fidelia (Sopran Amarilli Nizza) und seiner fleischlichen Begierde nach der ausschweifenden Kurtisane Tigrana (eine der wenigen Mezzorollen, die Puccini schrieb, hier gesungen von Julia Gertseva) hin- und hergerissen ist. Wenn die Intrige etwas wenig originell erscheint, hebt das talentierte Ensemble das Material, und Lorenzo Marianis opulente Inszenierung verlegt die Handlung vom Mittelalter ins Risorgimento-Italien, das Milieu, in dem die Oper entstand.
