Marc-André Dalbavies Der Satinpantoffel
Stanislas Nordey (Regisseur), Marc-André Dalbavie (Dirigent) — Mit Luca Pisaroni (Don Rodrigue), Ève-Maud Hubeaux (Doña Prouhèze)...
Besetzung
Marc-André Dalbavie — Musik, Dirigent
Raphaèle Fleury — Libretto basierend auf einem Stück von Paul Claudel
Musikverlage LACROCH'
Stanislas Nordey — Bühnenregisseur
Emmanuel Clolus — Bühnenbildner
Raoul Fernandez — Kostümbildner(in)
Philippe Berthomé — Beleuchtung
Stéphane Pougnand — Video
Programmhinweise
Eine Kommission der Pariser Oper, inspiriert von Paul Claudels gefeiertem Bühnenstück — aus dem spektakulären Palais Garnier!
Der Satin-Schuh ist eine Geschichte verbotener Liebe zwischen Doña Prouhèze (gespielt von der wunderbaren Ève-Maud Hubeaux) und Don Rodrigo (dem großartigen Luca Pisaroni). Obwohl die Liebe des Duos die Hauptsorge der Handlung ist, treten die beiden jedoch selten gemeinsam auf der Bühne auf: Doña Prouhèze versucht tatsächlich, Don Rodrigo vor einer ehebrecherischen Leidenschaft zu bewahren, indem sie ihn dazu drängt, sein ganzes Leben lang die Welt zu bereisen — das Werk spielt sich über Jahrzehnte und Kontinente hinweg ab und schafft eine intensive und schwindelerregende Atmosphäre, die den Zuschauer nach und nach in den Bann zieht.
Für den Komponisten und Dirigenten Marc-André Dalbavie ist Claudels Stück völlig einzigartig: Mit einer Dauer von neun Stunden ist es das Produkt vielfältiger Einflüsse, vom spanischen Theater (in seiner Form, verteilt auf vier „Tage“) bis zum japanischen Noh (in der Vielfalt der Genres, in der Tragödie mit Leichtigkeit und sogar Komik koexistiert). Die Sprache ist musikalisch, die Inszenierung und die Figuren grandios, und der Komponist nahm sich die Aufgabe vor, den Originaltext anzupassen und dabei die ungewöhnlich lange Spieldauer beizubehalten — ein unverzichtbarer Teil des Erlebnisses, wie er meint: „Diese Geschichte kann nicht in ein oder zwei Stunden erzählt werden“, sagt Dalbavie, „es braucht Zeit, um aus so unterschiedlichen Stilen und Genres ein einheitliches Ganzes zu schaffen.“ Er komponierte dann die Musik (unter Einbeziehung traditioneller Instrumente aus vielen verschiedenen Nationen und Kulturen, um die Weltreisen von Don Rodrigo zu veranschaulichen), während die Librettistin Raphaèle Fleury den Text setzte, eine herkulische Anpassungsleistung.
Diese Uraufführung der Pariser Oper stellt den dritten Teil ihres 2017 begonnenen Zyklus französischer Literatur dar. Unter der Leitung von Marc-André Dalbavie selbst lässt das makellose Orchester der Pariser Oper die erhabenen Solisten in einer Produktion für die Ewigkeit erstrahlen.
Foto © Elisa Haberer / Opéra national de Paris