Verdis Macbeth
Luca Ronconi (Regisseur), Giuseppe Sinopoli (Dirigent) — Mit Renato Bruson (Macbeth) und Mara Zampieri (Lady Macbeth) — Deutsche Oper Berlin, 1987
Besetzung
Luca Ronconi — Bühnenregisseur
Luciano Damiani — Bühnenbildner, Kostümbildner(in)
Chor der Deutschen Oper Berlin
Marcus Creed — Chorleiter
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Giuseppe Sinopoli — Musikdirektor
Goetz Rose — Duncan
David Griffith — Malcolm
Programmhinweise
Habgier und Wahnsinn im Zentrum dieser feierlichen Inszenierung von Macbeth von Luca Ronconi.
Schottland. 11. Jahrhundert. Auf dem Rückweg von einem Sieg über die norwegische Armee begegnen Macbeth, der Cousin von König Duncan, und Banquo, Macbeths Freund, einer Hexenversammlung, die Macbeth prophezeit, dass er bald den Thron besteigen werde. Unter dem Einfluss seiner Frau plant Macbeth den Mord am König. Doch Lady Macbeth, die beobachtet, dass ihr Mann zögert, den tödlichen Schlag zu führen, ergreift den Dolch und begeht selbst den Königsmord. Das Paar, gefangen in einer Spirale der Gewalt, läuft unweigerlich auf ein tödliches Ende zu, ein tödliches Ende, das brillant durch Verdis Partitur gestaltet wird, deren dramatische Spannung nie nachlässt.
Vor Otello, Falstaff und einem unvollendeten König Lear ist Macbeth die erste Adaption eines Shakespeare-Stücks durch Verdi. Obwohl die erste Version der Oper aus dem Jahr 1847 stammt, bevorzugen Aufführungen heute die überarbeitete Fassung von 1865, in der Verdi neue Arien einführte, darunter das berühmte La Luce langue im zweiten Akt. Luca Ronconis Inszenierung setzt auf Schlichtheit und dunkle Bühnenbilder, um das Publikum in die düstere Psychologie der Protagonisten zu versetzen. Vom Habgier verzehrt, wird das Macbeth-Paar brillant von Renato Bruson und Mara Zampieri zum Leben erweckt, begleitet auf ihrem unvermeidlichen Fall in Paranoia und Wahnsinn vom energiegeladenen Giuseppe Sinopoli, der das Orchester der Deutschen Oper Berlin dirigiert.
