Janáčeks Aus dem Hause der Toten
Frank Castorf (Regisseur), Simone Young (Dirigentin) – Mit Peter Rose (Alexander Petrowitsch Goryantschikow), Evgeniya Sotnikova (Aleya), Aleš Briscein (Luka Kusmitsch)...
Besetzung
Frank Castorf — Bühnenregisseur
Aleksandar Denic — Bühnenbildner
Adriana Braga-Peretzki — Kostümbildner
Rainer Casper — Beleuchtung
Peter Rose — Alexander Petrowitsch Goryanchikov
Evgeniya Sotnikova — Aleya
Aleš Briscein — Luka Kuzmich
Charles Workman — Skuratov
Programmhinweise
Der Bühnenregisseur Frank Castorf „ist vielleicht geboren worden, um Aus dem Haus der Toten zu inszenieren“ (Opera Today). Seine raue, visuell eindrucksvolle Adaption bringt kühne moderne und postmoderne Akzente in Janáčeks Meisterwerk, ohne je die intensive vorwärtsdrängende Kraft der Musik zu überlagern, die von Simone Young dramatisch perfekt dirigiert und von einem Starensemble in München gesungen wird.
Janáček adaptierte Dostojewski für diese kraftvoll fesselnde Oper, die in einem sibirischen Gefangenenlager spielt und voller scharf kontrastierender Stimmungen und Motive ist, ungewöhnlich in ihrer episodischen Struktur. Die letzte Oper, die Janáček je komponierte, war der dritte Akt, der auf seinem Schreibtisch lag, als er 1928 starb; Versuche seiner Schüler, seine Orchestrierung „zu vollenden“, sind im Laufe der Jahrzehnte weitgehend zugunsten der Originalversion zurückgegangen. Trotz der Düsterkeit des Schauplatzes und der Brutalität mehrerer Figuren strahlt das Mitgefühl des Komponisten in zarten Momenten durch und veranschaulicht bewegend sein Motto für das Werk: „In jedem Geschöpf ein Funke Gottes.“
