Sacratis La Finta Pazza
Jean-Yves Ruf (Regisseur), Leonardo García Alarcón (Dirigent) — Mit Mariana Flores (Deidamia), Filippo Mineccia (Achille), Gabriel Jublin (Ulisse), Valerio Contaldo (Diomede) …
Besetzung
Jean-Yves Ruf — Bühnenregisseur
Laure Pichat — Bühnenbildner
Claudia Jenatsch — Kostümbildner
Christian Dubet — Beleuchtung
Cécile Kretschmar — Haare und Make-up
Anaïs de Courson — Assistent Regie
Fanny Gamet — Assistent/in Bühnenbildner/in
Ariel Rychter — Gesangslehrer
Programmhinweise
Die erste Oper, die jemals in Frankreich aufgeführt wurde, kehrt nach fast vier Jahrhunderten auf die französische Bühne zurück: Francesco Sacratis La finta pazza erleuchtet die prächtige Königliche Kapelle von Versailles!
Obwohl die Oper erstmals 1641 in Venedig aufgeführt wurde, reicht ihre Geschichte in Frankreich bis ins Jahr 1645 zurück, als Kardinal Mazarin eine italienische Truppe einlud, den siebenjährigen Ludwig XIV. zu unterhalten. Sie erzielte sofort großen Erfolg, nicht zuletzt dank ihrer spektakulären Ballettsequenzen mit Papageien, Straußen und Bären—und geriet dann fast in Vergessenheit. Drei Jahrhunderte später, im Jahr 1983, weckte die Entdeckung einer einzigen überlieferten Partitur das öffentliche Interesse durch ihre musikalische Frische und Ähnlichkeiten zu Monteverdis L’incoronazione di Poppea sowie durch die erste jemals in einem Theater gesungene „Wahnsinnsszene“.
Basierend auf der Geschichte des Trojanischen Krieges Achilles auf Skyros ist die Handlung ein typisches Beispiel des italienischen Barock: Achilles, der den Krieg vermeiden möchte, versteckt sich mit seiner Geliebten Deidamia, verkleidet als Prinzessin. Das Paar, brillant gespielt von Mariana Flores und Filippo Mineccia, lebt in einer idyllischen Umgebung, bis Odysseus und Diomedes (auf die Bühne gebracht von den fesselnden Gabriel Jublin und Valerio Contaldo) verlangen, dass Achilles sich den griechischen Truppen anschließt—was Deidamia schließlich in den Wahnsinn treibt.
Mit seinen Verkleidungen und geschlechterübergreifenden Dynamiken sowie einem meta-theatralischen mise en abyme überrascht La finta pazza durch seine Modernität, verstärkt durch die charmante Inszenierung von Jean-Yves Ruf und die makellose Orchesterleitung von Leonardo García Alarcón.
Foto © Gilles Abegg
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