Boitos Mefistofele
Philipp Himmelmann (Regisseur), Stefan Soltesz (Musikdirektor) – Mit Erwin Schrott (Mefistofele), Charles Castronovo (Faust)...
Besetzung
Philipp Himmelmann — Bühnenregisseur
Johannes Leiacker — Bühnenbildner
Gesine Völlm — Kostümbildner(in)
Bernd Purkrabek — Beleuchtungsdesigner
Martin Eidenberger — Videodesigner
Erwin Schrott — Mefistofele
Charles Castronovo — Faust
Engel Freude Blau — Elena
Programmhinweise
Präsentiert beim Pfingstfestival in Baden-Baden, eroberte diese Produktion von Boitos Mefistofele die Herzen sowohl des Publikums als auch der Kritiker—ein seltenes Kunststück! Der Erfolg war unzweifelhaft zu einem großen Teil der Anwesenheit von Erwin Schrott zu verdanken—bereits gefeiert für seine Darstellung des verführerischen, witzigen und diabolischen Mephistopheles in Gounods Faust. Der meisterhaft subtile Charles Castronovo verkörpert den desillusionierten Philosophen Faust, der einen Pakt mit dem Teufel schließt. Philipp Himmelmanns Inszenierung kombiniert einfache Elemente (ein Bühnenvorhang aus silbrigen Fäden und einen riesigen proteischen Schädel) zu einem unglaublichen Effekt, um die Geschichte von Goethes Faust zu erzählen.
Im Mittelpunkt steht die antagonistische Figur des Mephistopheles; diese italienische Oper wechselt zwischen der Lyrik Verdis—für den Boito die Libretti von Othello und Falstaff schrieb—und dem ehrgeizigen „Gesamtkunstwerk“ Wagners, bei dem der Komponist sein eigener Librettist ist. Die einzige vollendete Oper, die der italienische Komponist je schrieb, Mefistofele, wurde von Kritikern gefeiert und vom Publikum mit Standing Ovations bedacht. Im direkten Vergleich mit Berlioz’ La Damnation de Faust (1846) und Gounods Faust (1859) war Boitos Mefistofele ein künstlerischer Frischekick in einem Jahrhundert, in dem zwischen Verdi und Wagner scheinbar schon alles gesagt war.
