Reimanns Lear
Karoline Gruber (Regie), Simone Young (Dirigentin) - Mit Bo Skovhus (König Lear), Katja Pieweck (Goneril), Hellen Kwon (Regan), Siobhan Stagg (Cordelia)...
Besetzung
Karoline Gruber — Bühnenregisseur
Roy Spahn — Bühnenbildner
Mechthild Seipel — Kostümbildner(in)
Hans Toelstede — Beleuchtungsdesigner
Kerstin Schüssler-Bach — Dramaturgie
Anja Krietsch — Assistent Regie
Bo Skovhus — König Lear
Katja Pieweck — Goneril
Programmhinweise
Im Jahr 1961 bat Dietrich Fischer-Dieskau Benjamin Britten, eine Opernversion von Shakespeares Tragödie King Lear zu komponieren. Leider lehnte der englische Komponist ab. Obwohl die Komplexität des Werks des Barden Britten abgeschreckt hatte – ähnlich wie zuvor Berlioz, Verdi und Debussy – sah der legendäre Bariton seinen Wunsch dank des deutschen Komponisten Aribert Reimann und des Librettisten Claus H. Henneberg in Erfüllung gehen. Ihre Adaption, die 1978 in München uraufgeführt wurde, strafft die Handlung und konzentriert sich auf die wesentlichen Elemente, wobei insbesondere das unerbittliche Tempo des Stücks beibehalten wird. Der expressive Umfang der Partitur ist ein Verdienst des Komponisten, bemerkenswert in seiner einzigartigen musikalischen Darstellung der Charaktere und einer Orchesterarchitektur, die selbst seine Vorgänger Schönberg und Berg herausfordert.
In dieser beeindruckenden Produktion von Karoline Gruber an der Staatsoper Hamburg wird die Handlung in die moderne Geschäftswelt verlegt. Der verfluchte König, meisterhaft dargestellt vom dänischen Bariton Bo Skovhus, ist nicht länger Opfer seiner Senilität, sondern seines übergroßen Egos. Maestro Simone Young dirigiert das Hausorchester, unterstützt von einem fantastischen Ensemble rund um den Protagonisten und seine drei Töchter, gespielt von der hervorragenden Katja Pieweck, Hellen Kwon und Siobhan Stagg.