David Fray: Singen, schwingen & denken
David Fray nimmt Johann-Sebastian Bach auf.
Besetzung
David Fray — Klavier
Programmhinweise
Bruno Monsaingeons Kamera taucht uns in die private Welt von David Fray ein und „rekonstruiert“ drei Konzerte für Tasteninstrument und Orchester von Johann Sebastian Bach.
Obwohl große musikalische Persönlichkeiten wie Gould, Richter, Menuhin oder Varaday Teil von Bruno Monsaingeons Universum sind, teilt der Filmemacher auch gerne seine Entdeckungen junger Künstler. So wie im Fall von Piotr Anderszewski und dem Geiger Valery Sokolov vor einigen Jahren und heute mit dem Pianisten David Fray, der 1981 geboren wurde. Die Kritiker hatten David Fray bereits mit seiner ersten CD bemerkt, die geschickt Bach und Boulez verband und die Virgin Classics 2007 unter ihrem Label veröffentlichte. Doch im Juni 2006 brachte ihn ein Konzert im Théâtre du Châtelet ins Rampenlicht: Er ersetzte Hélène Grimaud in letzter Minute im selben Programm. Ein Triumph.
Aber David Fray scheut sich nicht davor, im Rampenlicht zu stehen. Er lässt Bruno Monsaingeon die Aufnahme seiner ersten Platte für Virgin Classics im Januar 2008 filmen, mit der „Deutsche Kammerphilharmonie Bremen“, die er vom Klavier aus leitet, mit einem Programm, das vier der berühmtesten Konzerte für Tasteninstrument und Orchester von Bach umfasst. Aber wie kann man Bach nach Gould spielen?
Genau das möchte Bruno Monsaingeon uns zeigen. Wir sehen David Fray zu Hause in Paris, wie er an der Partitur arbeitet und die verschiedenen ihm offenstehenden Möglichkeiten erklärt. Dann in Bremen, während der Proben mit dem Orchester, wie er den Musikern seine Vision der Werke mit erstaunlicher Leidenschaft und Spontaneität vermittelt. Wie der Titel des Films „Swing, Sing and Think“ andeutet, ist es genau diese Inspiration, die Fray in die drei Bach- Konzerte in A-Dur BWV 1055, in f-Moll BWV 1056 und in g-Moll BWV 1058 einhaucht.
Indem der Film uns in die private Welt des Pianisten eintauchen lässt, die musikalische Geste nachzeichnet, die zur Interpretation des Werks führt, oder besser gesagt zu seiner „Neuerschaffung“, taucht er uns auch in diese Meisterwerke von Bach ein. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst des Films.