Lullys Atys
Jean-Marie Villégier (Regisseur), William Christie (Dirigent) – Mit Bernard Richter (Atys), Emmanuelle de Negri (Sangaride), Paul Agnew (Gott des Schlafes)...
Besetzung
Jean-Marie Villégier — Bühnenregisseur
Christophe Galland — Assistenzregisseur
Francine Lancelot — Choreograf
Béatrice Massin — Choreograf
Carlo Tommasi — Szenografie
Patrice Cauchetier — Kostüme
Patrick Méeüs — Beleuchtung
Bernard Richter — Atys
Programmhinweise
Atys— König Ludwig XIV.s Favorit unter Lullys tragédies en musique—erhält in dieser Wiederaufnahme von William Christie und Les Arts Florissants aus dem Jahr 2011, basierend auf der gefeierten Produktion von 1987 an der Pariser Opéra-Comique, die luxuriöse barocke Behandlung, die er verdient.
Telemann bemerkte einst, dass „ich Deutsche, Engländer, Russen, Polen […] gekannt habe, die ganze Passagen aus Lullys [...] Atys auswendig kannten“ (Brief an Carl Heinrich Graun). In seiner Zeit weithin beliebt, ist die Oper in fünf Akten (mit einem erweiterten Prolog) eines der besten Werke von Lully und seinem Librettisten Quinault. Sie zeichnet sich auch in ihrem Œuvre durch ihre ungewöhnlich düstere Handlung und das unglückliche Ende aus: Die Liebenden Atys und Sangaride werden von der eifersüchtigen Göttin Kybele (die in Atys verliebt ist) und König Celenus von Phrygien (Verlobter von Sangaride) hintergangen, was letztlich dazu führt, dass Atys Sangaride versehentlich ersticht. Die tragische Geschichte, entnommen aus dem vierten Buch von Ovids Fasti, wird durch eine Reihe berührender Arien, Duette und größerer Ensemble-Stücke erzählt.
Die Produktion von Jean-Marie Villégier und William Christie ist stark von historischen Berichten über die frühen Aufführungen der Oper inspiriert. Vom prächtigen barocken Bühnenbild und den Kostümen bis hin zum Einsatz von historischen Instrumenten sowie historischen Gesten und Inszenierung versetzt diese Inszenierung von Atys ihr Publikum in die extravagante Welt des späten 17. Jahrhunderts in Versailles und erzählt dabei eine fantastische Geschichte über zutiefst menschliche Sehnsüchte und Schwächen.
Foto: © Pierre Grosbois
