Nina Simone Live in Paris (Teil II)
Die Olympia 1969
Besetzung
Al Schackman — E-Gitarre
Gene Perla — Bassgitarre
Don Alias — Schlagzeug
Weldon Irvine — Organum
Gina Rothchild — Background-Gesang
Doris Willingham — Background-Gesang
Nina Simone — Sänger (für männlich) / Sängerin (für weiblich), Bandleader, Klavier
Programmhinweise
Im Jahr 1969 befand sich Nina Simone auf dem Höhepunkt ihrer künstlerischen Kräfte. Es war die Mitte der Bürgerrechtsbewegung, und ihre Stimme war seit dem Meisterwerk von 1964 „Mississippi Goddam“ untrennbar mit der Sache verbunden. Doch während ihr politisches Engagement zunahm, trat ihre Musik in den Hintergrund und sie wurde immer engagierter, mehr auf der Seite von Malcolm Xs Forderung nach Revolution als auf der von Martin Luther Kings Argumenten für gewaltfreien Widerstand, obwohl sie auch großen Respekt vor Dr. King hatte. Im Jahr 1967, zwei Jahre vor diesem Konzert, nahm sie einen weiteren Titel auf, der zu einem ihrer bleibenden Stücke werden sollte, „I Wish I Knew How It Would Feel To Be Free“ von Billy Taylor, auf ihrem Album Silk and Soul.
Der zweite Teil dieses einzigartigen Konzerts im Olympia in Paris beginnt mit einer berührenden und rohen Darbietung von „The Other Woman“ von Jessie Mae Robinson. Es ist ein Auftakt voller tiefer Traurigkeit, entnommen ihrem Album von 1959 Nina Simone at Town Hall. Danach folgt eine wunderschöne Coverversion des berühmten „To Love Somebody“, verstärkt durch die Anwesenheit von zwei fantastischen Background-Sängerinnen. Hier kann die Band etwas mehr loslassen, mit durchscheinenden Rock- und R&B-Akzenten. Doch egal, ob bei langsameren, nachdenklicheren Stücken oder solchen mit einer kühnen und freudigen Note – Nina Simone ist so fesselnd wie kaum jemand sonst – zweifellos eine der besten Performerinnen aller Zeiten. Der zweite Abschnitt enthält außerdem ihren eigenen Titel „Four Women“, Coverversionen von Bob Dylan, Aretha Franklin und mehr. Es gibt nur eine Nina Simone.