Moondog Live in Stuttgart
Euroarts Archiv 1996
Besetzung
Moondog — Schlagzeug, Elektronik
Programmhinweise
Wenige Musiker verkörpern die „verschiedenen Arten, wie Jazz gespielt werden kann“ mehr als Moondog (bürgerlicher Name Louis Hardin). Geboren 1916, ist Moondog am besten bekannt als der Wikinger der 6th Avenue, wo er zwischen den späten 40er Jahren und 1972 als Straßenmusiker auftrat oder einfach schweigend stand. Für Passanten war er eine verrückte öffentliche Figur, gekleidet wie ein futuristischer Druide oder dänischer Krieger, doch für Musiker und Freunde war er ein Komponist von seltener Genialität, einer, „der früher den Mond anheulte.“
Seit seinem 16. Lebensjahr blind, komponierte Moondog seine Musik in Brailleschrift und entwickelte einen einzigartigen Ansatz zur Musik, erfand neue Instrumente und beeinflusste viele der größten Musiker der Welt. Phillip Glass und Steve Reich nahmen seine Arbeit sehr ernst und schätzten sie viel mehr als das, was sie an der Julliard School zu hören bekamen.
Bis Mitte der 70er Jahre war er von NYC nach Deutschland gezogen, wo er eine Phase fruchtbarer Komposition erlebte. Hier treffen wir ihn 1996 bei einer Show, die vom wunderbar erfinderischen Pianisten Chick Corea in Stuttgart organisiert wurde. Mit dem berühmten Modern Jazz Quartet als zweitem Act auf dem Programm, präsentiert Moondog New Amsterdam und Shakespeare City zusammen mit einem kleinen Ensemble, das aus Mitgliedern des London Symphony Orchestra besteht.