Die Scherende Berührung
London 1994
Besetzung
George Shearing — Klavier
Melvyn Bragg — Moderator
Leonard Feather — Lautsprecher, Klavier
Neil Swainson — Kontrabass
Mel Tormé — Jazzsängerin
Ellie Shearing — Lautsprecher
Cleo Laine — Jazzsängerin
John Dankworth — Komponist, Saxophon
Programmhinweise
1919 in Battersea, Süd-London, blind geboren, war Shearing das neunte Kind eines Kohlearbeiters und eines Zugreinigers in einer Familie ohne musikalischen Hintergrund. Tatsächlich, wie der Moderator Melvyn Bragg zu Beginn dieses Films argumentiert, „gab es in seinem Leben keinen Hinweis darauf, was kommen würde“, sicherlich nicht, dass er eine Bühne mit Louis Armstrong teilen und einige der authentischsten Jazz-Standards aller Zeiten komponieren würde, wie das schmachtende „Lullaby of Birdland“.
Doch wie Shearing erklärt, „warf ich als Kind Flaschen aus dem Fenster im zweiten Stock unseres Hauses, nur um das Klirren auf dem Bürgersteig zu hören. Für Jazz benutzte ich natürlich Bierflaschen und für Klassik Milchflaschen. Also hatte ich schon damals einen ziemlich feinen Geschmack.“ Die gemeinsame Leidenschaft für Jazz und Klassik begleitete Shearing sein ganzes Leben lang, obwohl seine Stimme im Jazz ihre wahrhaftigste Ausdrucksform fand.
Dieser bezaubernde Film erzählt eine der interessantesten und unwahrscheinlichsten Geschichten der Musik und folgt Shearing von London im Krieg bis in die USA, wo er Erfolge neben Nat King Cole und vielen anderen hatte. Ein brillantes Stück Interview-/Dokumentarfilmkunst.