Elliot Galvin und Craig Taborn in Paris
Piano Jazz Sessions bei der Fondation Louis Vuitton 2018
Besetzung
Elliot Galvin — Klavier
Craig Taborn — Klavier
Programmhinweise
Im Sommer 2018 war die Louis Vuitton Stiftung in Paris Gastgeber für zwei außergewöhnliche, vielseitige Musiker.
Als Erstes tritt Elliot Galvin auf, der damals 27-jährige britische Künstler, der bereits als einer der originellsten, rhythmischsten Pianisten der neuen Generation gefeiert wurde. Er nutzt das gesamte Klavier, um einzigartige Klanglandschaften zu schaffen – Holz wird beklopft, Saiten gezupft, Tasten mit seltener Kreativität und Vielseitigkeit manipuliert. Galvin ist ein Multiinstrumentalist, dessen Neugier im Zentrum seiner Klänge steht. Er experimentiert auch mit elektronischer Musik, spielt die afrikanische Kalimba und die mikrotonale Melodica (ein Instrument, das Mikrointervalle erzeugen kann und das er erfunden hat). Für seinen ersten Soloauftritt in Frankreich ist Galvin absolut fesselnd und improvisiert von Anfang bis Ende auf einer einzigartigen und packenden musikalischen Reise.
Der zweite Teil des Konzerts präsentiert Craig Taborn. Ebenfalls Multiinstrumentalist, der Klavier, Orgel und Keyboards spielt, pendelt dieser amerikanische Künstler zwischen akustischer und elektronischer Musik, zwischen Elementen des Free Jazz und klassischen Musikzügen. Taborn ist so vielseitig wie kaum ein anderer, hat auf über hundert Alben mitgewirkt und dabei die Grenzen von Genre und Instrument herausgefordert und neu definiert. Hier zeigt er, wie beeindruckend seine Bühnenpräsenz ist, mal streichelt er die Tasten, mal schlägt er sie mit der Wucht eines Boxers, springt in seinem Stuhl auf und ab und ist in voller körperlicher Einheit mit den Klängen, die er erzeugt.
Dies ist ein exzellentes Konzert, das zwei der beeindruckendsten Improvisatoren des Klaviers präsentiert – das Raum- und Schweigegefühl des Publikums wird herausgefordert, während andere Passagen so bombastisch und feurig sind, wie es nur geht.