Der letzte Choral
Über die „Sinfonien für Blasinstrumente“, musikalische Kuriosität
Programmhinweise
Die Geschichte einer musikalischen Kuriosität, Symphonien für Blasinstrumente von Stravinsky.
Mit Sonnenbrille und Fliege, mit dem ganzen Panache eines Dandys trotz seines Alters, schlendert Igor Stravinsky (1888-1971) am Arm einer Frau in einem Pelzmantel über das Deck eines Passagierschiffs… Dieses glamouröse Bild sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man Symphonie für Blasinstrumente hört, die 1920 zum Gedenken an Claude Debussy komponiert und 1947 überarbeitet wurde.
Dieses Meisterwerk, das scheinbar aus dem Nichts kommt und dessen Geheimnisse der Dirigent Reinbert de Leeuw uns Note für Note, Takt für Takt offenbart, erscheint auch als ein amüsanter Trick, den Stravinsky gerne den Musikern und dem Publikum spielte. Uns ein Gefühl für die spöttische Schönheit des Stücks zu vermitteln, ist nicht das einzige Verdienst dieses Films unter der Regie von Frank Scheffer.
Robert Craft, ein enger Freund Stravinskys in diesen Jahren, wirft unverzichtbares Licht auf diese Symphonie, die der Ursprung ihres Treffens im Jahr 1947 war, während Reinbert de Leeuw abschließend eine Interpretation des Gesamtwerks gibt.