Seelenlandschaften
Der Choreograf Uwe Scholz
Besetzung
Uwe Scholz
Leipziger Ballett
Programmhinweise
Im Rückblick kann die Soloversion von Strawinskys Frühlingsopfer als ein düsterer, bedrückender Tanz über sein eigenes Leben interpretiert werden. Das Ballett ist eines der späten Werke von Uwe Scholz, einem der wichtigsten Choreografen des zwanzigsten Jahrhunderts.
Während seines kurzen Lebens schuf dieses ehemalige Wunderkind über 100 Ballette, darunter große Bühnenerfolge wie Die Schöpfung, Die Große Messe und Bruckner 8. Scholz galt als sensibler, hochmusikalischer Künstler mit feinem Humor, wurde jedoch immer wieder von quälendem Perfektionismus, Selbstzweifeln und Ängsten geplagt. Manchmal machten sie ihm die Arbeit unmöglich. „Manchmal führt der Weg des großen Künstlers nicht zur lorbeerbekränzten Einsamkeit, sondern zur tiefen Verzweiflung“, schreibt der Ballettkritiker Klaus Geitel rückblickend auf Scholz’ Leben.
Der Film Soulscapes ist ein sehr persönliches, bewegendes Porträt von Uwe Scholz, der am 21. November 2004 im Alter von 45 Jahren starb. In einem seiner letzten Interviews mit dem Regisseur Günter Atteln spricht Scholz mit beispielloser Offenheit über sich und seine Arbeit. „Ich fühle mich zur sinfonischen Musik der Klassik und Romantik hingezogen. Ich brauche einfach diese Seelenlandschaften“, sagte er.