Verlorene Heimat: Ein Porträt von Sergei Prokofjew
Das ungezogene Kind Russlands
Programmhinweise
Ein musikalisches Genie mit menschlichen Schwächen... beide Seiten des geliebten Komponisten werden in diesem eindrucksvollen Bericht über seine Rückkehr nach Russland im Jahr 1936 und deren tragische Folgen enthüllt. Oliver Becker nimmt als Ausgangspunkt ein Tagebuch, das 1989 kürzlich entdeckt wurde und das Prokofjew während seiner Reise nach Russland im Jahr 1927 führte.
Im Jahr 1927 kehrte Sergei Prokofjew nach fast zehn Jahren im selbstgewählten Exil zum ersten Mal in die Sowjetunion zurück. 1936 ließ er sich dort erneut nieder und brachte seine Frau und Söhne mit. In den schwierigen Jahren, die folgten, erlebte Prokofjew eine Reihe von beruflichen und persönlichen Problemen, die erst mit seinem Tod im Jahr 1953 gelöst wurden.
Der Film enthält Interviews mit Aram Chatschaturjans Sohn Karen, Tichon Chrennikow, der jahrzehntelang die sowjetische Kulturbürokratie dominierte und heute noch in Moskau lebt, Prokofjews Sohn Sviatoslaw usw. Oliver Becker zeigt außerdem umfangreiches Filmmaterial von Aufführungen lebender Künstler wie Gennadi Roschdestwenski, Waleri Gergijew, Alexander Melnikow und Vadim Repin sowie von verstorbenen Größen wie Van Cliburn, Jewgeni Swetlanow und David Oistrach. Prokofjew selbst ist auch in einer Aufführung aus dem späten Lebensabschnitt zu sehen, in der er den Walzer aus Aschenputtel spielt.