Fritz Wunderlich, Leben und Legende

Ein Porträt des deutschen Tenors

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Fritz Wunderlich

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Fritz Wunderlich gilt als einer der wichtigsten Tenöre aller Zeiten. Im Jahr 2008 verlieh ihm das BBC-Musikmagazin den 4. Platz nach Plácido Domingo, Enrico Caruso und Luciano Pavarotti.

"‚Fritz Wunderlich ist einer jener Sänger, von denen ich nie das Gefühl hatte, dass sie historisch sind. In seinen Aufnahmen klingt er so sehr nach Gegenwart, dass es scheint, als wäre er noch unter uns.‘ Diese Worte von Rolando Villazón machen deutlich, dass das Buch von Fritz Wunderlichs Leben keineswegs geschlossen ist. Vierzig Jahre nach seinem tragischen Tod ist er durch seine Aufnahmen eine weitaus stärkere Präsenz als zu Lebzeiten. Er erreicht weiterhin sein Publikum, sei es Fans, die seine Aufnahmen in- und auswendig kennen, oder Menschen, die seine Stimme zum ersten Mal hören. Aber es gibt auch Aufnahmen von ihm, die mit einer bestimmten Zeit verbunden sind: seine Filme. Sie repräsentieren seine eigene Sicht der Dinge oder vielmehr der Menschen. Er filmte seine Familie und Freunde, die Menschen, mit denen er aufwuchs, seine Kollegen…"

"Dieses Material, das bisher nie veröffentlicht wurde, verleiht dieser Dokumentation ihr unverwechselbares Profil und gibt dem Film seine ungewöhnliche dramaturgische Struktur, indem es die Sicht der Kamera auf die Welt und Wunderlichs Sicht auf sich selbst präsentiert. Wir waren bewegt von der Offenheit, mit der viele Zeitzeugen sowohl ihre persönlichen Erinnerungen als auch ihre Emotionen zum Ausdruck brachten. Schon nach den ersten Interviews war klar, dass es schwierig sein würde, so viel Material in eine einstündige Sendung zu komprimieren. Zusammen mit Thomas Hampson und Rolando Villazón – zwei Sängern einer jüngeren Generation – hätten wir Wunderlichs Aufnahmen gerne ganz spontan und lebendig erkundet, so lebhaft waren ihre Reaktionen auf die Aufnahme von Wunderlich bei der Probe zu Richard Strauss’ Lied „Cäcilie“."

"Vom ersten Konzept bis zum fertigen Film war es ein langer Weg. Aber was uns motivierte, war die Tatsache, dass alle Beteiligten enorm engagiert bei dem Projekt waren. Es war eine Liebesarbeit, nicht nur ein weiterer Job. ‚Natürlich mache ich es für Fritz‘ war Anneliese Rothenbergers Antwort, als sie gefragt wurde, ob sie an dem Film mitwirken wolle, und ihre Worte waren ein Leitmotiv während der gesamten Produktion. Als der Regisseur Thomas Staehler mit der Arbeit an dem Projekt begann, hatte er keine unmittelbaren Kenntnisse über Wunderlich, doch bald stürzte er sich voll hinein und zeigte große Sensibilität und Geduld. Für mich war die Erfahrung, mit ihm, dem Kameramann Wolfgang Wunderlich und dem Cutter Ingo Guski zusammenzuarbeiten, äußerst produktiv und erfreulich. Das Ergebnis war keine willkürliche Zusammenstellung wild unterschiedlicher Elemente – Mitglieder eines ‚Familienbetriebs‘, freiberufliche Künstler, Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Mitarbeiter der Plattenfirma – sondern echte Teamarbeit, für die wir vor allem Eva und Barbara Wunderlich danken müssen. Indem sie diese Elemente zu einem einheitlichen Ganzen verbanden, bewiesen sie dessen Herz und Seele und brachten Menschen aus den unterschiedlichsten Hintergründen zusammen, um ein einziges Team zu bilden. Tatsächlich hatten wir oft das Gefühl, dass Fritz Wunderlich ein Mitglied dieses Teams war – und zwar nicht nur als Sänger und Kameramann."
Thomas Voigt

(Übersetzung: Stewart Spencer) Gekürzte Version des Booklet-Textes auf DVD 073 4202, Fritz Wunderlich: Leben und Legende, mit freundlicher Genehmigung, © Deutsche Grammophon GmbH, Hamburg

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