Musik verwandelt, in Erinnerung an Ferenc Fricsay
Gerald Caillat
Besetzung
Ferenc Fricsay — Dirigent
Programmhinweise
Außergewöhnliche Dokumente bringen uns Ferenc Fricsay, den legendären ungarischen Dirigenten, der viel zu früh starb.
„Mein Name ist Ferenc Fricsay, ich wurde 1914 in Budapest geboren, an jenem tragischen Tag, an dem der Krieg begann…“ Diese Vorstellung ist typisch für den ungarischen Dirigenten Ferenc Fricsay, einfach, direkt und ohne Prahlerei. Sein Vater war Leiter einer Blaskapelle in der Armee, er wurde als Pianist und Komponist an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest bei Bartók und Kodály ausgebildet, er hatte bereits mit 19 Jahren eine erste Position inne und spielte Militärmusik wie sein Vater. Ferenc Fricsay machte seine ersten Schritte, um eine Legende unter den Dirigenten zu werden, als er 1947 Otto Klemperer beim Salzburger Festival ersetzte.
Dieser Film zeigt außergewöhnliche Dokumente, die ihn bei der Arbeit mit seinem Orchester an Die Moldau von Smetana und Der Zauberlehrling von Paul Dukas zeigen oder wie er mit Humor und Witz die Fragen von Journalisten beantwortet. Der Dirigent Antonio Pappano gibt aufschlussreiche Kommentare zu seiner Dirigierweise, und der Bariton Dietrich Fischer-Dieskau erinnert sich an ihn.
Ein charismatischer Dirigent, voller Geist und Kraft, litt Ferenc Fricsay von sehr jungem Alter an der Krankheit, an der er mit 49 Jahren starb. Ein frühes Ende, das der Musikwelt die Meisterwerke seiner Interpretationen vorenthielt. „Wenn er länger gelebt hätte, wäre Fricsay der Erste gewesen, der Karajans Vorherrschaft hätte herausfordern können“, behauptet Yehudi Menuhin, den wir mit dem ungarischen Dirigenten beim Spielen des Brahms’ Violinkonzerts sehen, „Er war ein brillanter Geist, und niemand, weder das Publikum noch die Musiker, konnte der Kraft seiner Überzeugung widerstehen.“