„Ich erinnere mich“... Dr. Karl Böhm
Sein Leben, seine Musik
Besetzung
Karl Böhm
Programmhinweise
Ein einstündiges Porträt des großen Dirigenten.
Geboren in Graz, Österreich, am 28. August 1894, gab Karl Böhm 1917 in seiner Heimatstadt sein Dirigierdebüt, bevor er 1921 nach München ging, wo er von Bruno Walter engagiert wurde. Sein Debüt an der Wiener Staatsoper gab er 1933 und wurde im selben Jahr zum Generalintendanten der Dresdner Staatsoper ernannt. Dies markierte den Beginn einer intensiven und fruchtbaren Zusammenarbeit mit Richard Strauss (Böhm dirigierte die Uraufführungen von Die Schweigsame Frau und Daphne). Er starb am 14. August 1981 in Salzburg.
Eines der Kennzeichen von Böhms Dirigieren war seine stets jugendliche Kraft und Direktheit, sein Mangel an Pathos und Sentimentalität. Dramatische Höhepunkte und volle Klangfarben entstanden aus fast unmerklichen Akzenten, aus dem natürlichen Rhythmus des menschlichen Atems. Seine Gesten waren minimalistisch, sein Taktstock deutete Bewegung eher an, als dass er sie beschrieb. Böhm setzte Maßstäbe mit seinen Interpretationen der Werke seines langjährigen Freundes Richard Strauss. Der inoffizielle Kurator von Strauss’ musikalischem Erbe, kannte Böhm die Musik seines Freundes in- und auswendig – und wusste genau, wie Strauss wollte, dass seine Werke klingen. Böhms Mozart-Interpretationen spiegeln die Natürlichkeit und Klarheit seines Dirigierens wider. Obwohl Wagner eine seiner ersten Leidenschaften war, entdeckte Böhm dank Bruno Walter bald Mozarts Opern. Später führte Böhms Freundschaft mit Richard Strauss zu einem noch tieferen Wissen und einer größeren Wertschätzung Mozarts. In seiner Autobiografie schrieb Böhm, dass „Richard Strauss mir die ultimativen Geheimnisse dieses – meiner Meinung nach – größten aller musikalischen Genies [Mozart] offenbarte.“ Böhms Entdeckung dieser Geheimnisse verwandelte seine Mozart-Interpretationen in unvergessliche Ereignisse.