Angelin Preljocaj, Der Casimir-Effekt
Ein Film von Valérie Müller
Besetzung
Angelin Preljocaj — Choreograf
Programmhinweise
Eine intime Dokumentation, die die Türen zur Kunst des Tanzes öffnet
Geboren 1957 in Frankreich, studierte Angelin Preljocaj zunächst klassischen Ballett, bevor er sich für zeitgenössischen Ballett entschied. 1984 gründete er die Compagnie Preljocaj, die heute 26 Tänzer zählt. Seitdem choreografierte er 46 Stücke. Er gilt als eine führende Persönlichkeit des zeitgenössischen Balletts und arbeitet oft mit anderen zeitgenössischen Tänzern zusammen. Seine Arbeit, obwohl sehr zeitgenössisch, bleibt von der Tradition des klassischen Balletts geprägt.
Angelin Preljocaj produzierte Kurzfilme und Spielfilme, und seine Choreografien waren Ursprung vieler filmischer Umsetzungen wie Les Raboteurs mit Cyril Collard, inspiriert von Gustave Caillebottes Werk im Jahr 1988, Pavillon Noir mit Pierre Coulibeuf im Jahr 2006 und Eldorado mit Olivier Assayas im Jahr 2007.
Für seine Arbeit wurde Angelin Preljocaj vielfach ausgezeichnet: 1992 mit dem Grand Prix National de la danse des französischen Kulturministeriums, 1995 mit dem Benois de la danse für sein Stück Le Parc, 1997 für Annonciation und 1997 bei Les Victoires de la musique für Roméo et Juliette. Außerdem erhielt er 2009 einen Kristallglobus für Blanche Neige und 2012 einen Herald Angel Award für Helikopter/Eldorado (Sonntags Abschied) und Suivront mille ans de calme beim Edinburgh International Festival.
Valerie Müllers Dokumentarfilm Angelin Preljocaj, The Casimir Effect zeichnet das Porträt des Choreografen und offenbart – dank Interviews, Probenmomenten im Studio oder auf der Bühne sowie Ausschnitten aus Aufführungen – seine Arbeit, Kreativität, Reflexion und im weiteren Sinne die Welt des zeitgenössischen Tanzes. Der Casimir-Effekt ist die Kraft des Vakuums. Wenn zwei Metallspiegel sich im Vakuum gegenüberstehen, ziehen sie sich durch eine geheimnisvolle Kraft an und kommen einander näher. In den Werken von Angelin Preljocaj tritt dieser Effekt ein, wenn der Zuschauer die Aufführung empfängt oder wenn die Geste mit der Stimme verschmilzt, was der Choreograf oft anstrebt.