Amerikaner in Pjöngjang
Die Reise der New Yorker Philharmoniker nach Nordkorea
Besetzung
Lorin Maazel — Dirigent
Programmhinweise
Eine Dokumentation, die hinter die Kulissen eines historischen Konzerts der New Yorker Philharmoniker in Nordkorea blickt
Am 26. März 2008 ereignete sich ein historisches Ereignis, dessen Hauptakteur ein Konzert war. Obwohl Nordkorea und die Vereinigten Staaten "technisch gesehen" noch im Krieg sind, da nach dem Ende der Kämpfe 1953 kein Friedensvertrag unterzeichnet wurde, lud die Diktatur von Kim Jong-il das New York Philharmonic Orchestra ein, in der Hauptstadt Pjöngjang zu spielen: Diese Gelegenheit bot das Schauspiel koreanischer Würdenträger, die während der Aufführung der amerikanischen Hymne, dirigiert von Lorin Maazel, aufstanden. Etwas wirklich noch nie Dagewesenes.
Das Ereignis war zweifach bedeutsam, da die Live-Übertragung des Konzerts aus dem großen Konzertsaal des Theaters von Pjöngjang über das Internet (medici.tv) zur globalen Dimension der politischen Geste beitrug. Glücklicherweise wurde eine Dokumentation über das Konzert erstellt, und die Bilder sind eindrucksvoll: die Musiker, die vom Flugzeug auf das Rollfeld am Flughafen steigen, die offiziellen Abendessen, die Meisterklassen am Konservatorium, die Busfahrten entlang riesiger leerer Alleen, die spürbare Angst der Koreaner beim Gespräch, die Reaktionen der Musiker aus New York und Lorin Maazels bemerkenswerte Professionalität...
Für alle, die daran interessiert sind, was sich hinter den Grenzen der undurchdringlichsten noch existierenden kommunistischen Diktatur verbirgt, sowie an der symbolischen Dimension der Musik, ist diese Dokumentation ein Muss.
Bild: © Chris Lee