Sébastien Daucé dirigiert De Lalandes Leçons de ténèbres.
Ensemble Korrespondenzen
Besetzung
Sophie Karthäuser — Sopran
Ensemble Korrespondenzen
Sébastien Daucé — Dirigent
Programmhinweise
Im Jahr 587 v. Chr. belagerte, eroberte und zerstörte Nebukadnezar II. von Babylon die Stadt Jerusalem. Der Prophet Jeremia beklagte die gefallene Stadt im Buch der Klagelieder, und mehr als zweitausend Jahre später entstand in Frankreich die Tradition der Leçons de ténèbres. Eine Vokalmusikfassung basierend auf dem biblischen Text, die Leçons de ténèbres (Lektion der Dunkelheit) rufen das Leiden und den Tod Jesu während der Gottesdienste in der Woche vor Ostern hervor, während der die Kerzen, die das Innere der Kirche erleuchten, nach und nach bis zur völligen Dunkelheit ausgeblasen werden.
Von der atemberaubenden Chapelle de Corneille in der nordfranzösischen Stadt Rouen gesellen sich Violen da gamba zu Lauten und anderen geschätzten Instrumenten der barocken Königshöfe und verweben sich zart mit der ätherischen Stimme der Sopranistin Sophie Karthäuser. Diese manchmal nüchternen, manchmal hoch verzierten Leçons de ténèbres von Michel-Richard de Lalande (1657–1726) – erstmals von einer der Töchter des Komponisten im Beisein des Sonnenkönigs Ludwig XIV. gesungen – werden unter der Leitung von Sébastien Daucé und seinem außergewöhnlichen Ensemble Correspondances in diesem wunderschön gefilmten Konzert voll zur Geltung gebracht, ergreifend und erhaben.