Programm

Gustav Mahler, Symphony No. 5 in C-sharp Minor

1. Trauermarsch: In gemessenem Schritt. Streng. Wie ein Kondukt

2. Stürmisch bewegt, mit größter Vehemenz

3. Scherzo: Kräftig, nicht zu schnell

4. Adagietto: Sehr langsam

5. Rondo-Finale: Allegro – Allegro giocoso. Frisch

Klaus Tennstedt dirigiert Mahler: Symphonie Nr. 5

London Philharmonisches Orchester

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Besetzung

Londoner Philharmonisches Orchester

Klaus Tennstedt  — Dirigent

Programmhinweise

Klaus Tennstedt, der 1983 Musikdirektor des London Philharmonic Orchestra wurde, nahm zwischen 1977 und 1986 mit dem Orchester die kompletten Mahler-Symphonien auf. Eine Aufnahme der Ersten Symphonie im Jahr 1977 hinterließ bei den Kritikern wenig Eindruck, aber die Aufnahmen der Fünften und Neunten erhielten beträchtlichen Beifall. Die Fünfte wurde im maßgeblichen Penguin Guide mit drei Sternen ausgezeichnet, der zu Recht eine „herausragende Aufführung, einerseits nachdenklich, andererseits warm und expressiv“ lobte.

Der Klaus Tennstedt eines Jahrzehnts später war jedoch eine völlig andere Person, wie das bemerkenswerte Konzert in diesem Programm zeigt. Als starker Raucher wurde bei ihm 1986 Kehlkopfkrebs diagnostiziert und er begann eine intensive Strahlentherapie. Nachdem er die Krankheit scheinbar besiegt hatte, versuchte er 1987 bei den Proms ein Comeback, brach jedoch während einer Probe zusammen und musste ersetzt werden. Er trat sofort als Musikdirektor des Orchesters zurück und dirigierte es erst wieder im Mai 1988.

Trotz Tennstedts angeschlagener Gesundheit nach der ersten Krebsdiagnose wurden seine Interpretationen von Mahler immer besser. Tatsächlich glaubten viele, dass seine immer tiefgründigeren Deutungen die direkte Folge seines anhaltenden Umgangs mit schwerer Krankheit und Gedanken an die Sterblichkeit waren. Als Tennstedt nach seiner ersten Krebserkrankung zum letzten Mal in London Mahlers Fünfte aufführte, wurde diese von einer hochdramatischen Darbietung von Schönbergs kurzem, dramatischem A Survivor from Warsaw eingeleitet, die leider nicht erhalten geblieben ist. Inzwischen war jedes Tennstedt-Konzert ein Großereignis und ein vorhersehbarer Ausverkauf. Außerdem wusste niemand, ob er überhaupt dirigieren würde, bis er auf dem Podium stand. Es ist eine wunderbare Sache, nach all den Jahren wieder einem Tennstedt-Konzert zuzuhören, aber es zu sehen, bietet eine viel tiefere Wertschätzung der körperlichen Strapazen, die der Mann überwunden hat – und der Liebe, die er sowohl bei Musikern als auch beim Konzertpublikum gleichermaßen hervorrief. Es wird niemals einen weiteren Klaus Tennstedt geben, und hier ist eine lebendige Erinnerung daran, wie besonders dieser selbsternannte „romantische Dirigent“ wirklich war.

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