Der Judasbaum von Kenneth MacMillan, Musik von Brian Elias
Das Royal Ballet
Besetzung
Kenneth MacMillan — Choreograf
Monica Parker — Bühnenregisseur
Irek Mukhamedov — Tänzer
Leanne Benjamin — Tänzer
Michael Nunn — Tänzer
Orchester des Royal Opera House, Covent Garden
Barry Wordsworth — Dirigent
Programmhinweise
Dieses provokative letzte Ballett des Choreografen Kenneth MacMillan aus seiner illustren Karriere stellt die Geschichte von Judas im East London neu dar, wo die Mentalität der Menge eine Gruppe männlicher Bauarbeiter dazu anstachelt, einer unschuldigen Frau entsetzliche Gewalt anzutun und dann dem einzigen Mann unter ihnen, der versucht, sie zu beschützen.
MacMillan und der Komponist Brian Elias wollten als Reaktion auf die jüngsten Schrecken in den Weltnachrichten, wie das Massaker auf dem Tiananmen-Platz, etwas „Bedeutsames und Kraftvolles“ schreiben. Obwohl MacMillans Werk von vornherein offen für mehrere Interpretationen ist, kommt seine scharfe Kritik an den nicht ganz unschuldigen Zuschauern in den Themen und der eindringlichen Bildsprache des Balletts sowie im Kahlil-Gibran-Epigraph zum Ausdruck, der es begleitet: „Wie ein einzelnes Blatt nicht gelb wird ohne das stille Wissen des ganzen Baumes, so kann der Übeltäter nicht Unrecht tun ohne den verborgenen Willen von euch allen.“
Elias’ fiebrige Partitur macht klugen Gebrauch von dissonanten Streichern und Bläsern, Stahlblechtrommeln, Celesta und Harfe und drückt lebhaft sowohl den Schrecken des Übergriffs als auch die stillen Momente der Spannung aus, wenn Gewalt noch nicht sicher ist.