
Violeta Urmana
1. Januar 1961 - Kazlų Rūda
© Christine Schneider
Über
Die in Litauen geborene Sängerin wird heute als eine der führenden dramatischen Sopranistinnen im italienischen und deutschen Fach anerkannt, mit Rollen wie Aida, Amelia, Elisabetta, Gioconda, Leonora, Tosca, Norma, Sieglinde oder Isolde.
Zunächst als Mezzosopranistin anerkannt, wurde Violeta Urmana weltberühmt für ihre Interpretation von Rollen wie Kundry in Wagners Parsifal und Eboli in Verdis Don Carlo. Neben vielen anderen Partien sang sie diese beiden Rollen an nahezu allen wichtigen Opernhäusern und mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Bertrand de Billy, Pierre Boulez, Riccardo Chailly, James Conlon, James Levine, Jesús López Cobos, Fabio Luisi, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Sir Simon Rattle, Donald Runnicles, Giuseppe Sinopoli, Franz Welser-Möst und Christian Thielemann.
Nach ihrem Debüt in der Rolle der Sieglinde in Wagners Die Walküre beim Bayreuther Festspiel 2001 fand ihr echtes Sopran-Debüt im Dezember 2002 in der Titelrolle von Glucks Iphigénie en Aulide unter der Leitung von Riccardo Muti zur Eröffnung der neuen Saison im Teatro alla Scala in Mailand statt.
Danach gab sie mehrere sehr erfolgreiche Debüts als Sopran: Maddalena in Giordanos Andrea Chénier in Wien, Lady Macbeth in Verdis Macbeth in Sevilla, Isolde in Wagners Tristan und Isolde in Rom, die Titelrolle in Ponchiellis La Gioconda und Leonora in Verdis La forza del destino in London und 2005 die Titelrollen in Puccinis Tosca in Florenz, in Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos an der New Yorker Metropolitan Opera und in Catalanis La Wally im Wiener Konzerthaus. 2006 feierte sie große Erfolge bei ihren Debüts als Bellinis Norma in Dresden, als Elisabetta in Verdis Don Carlo in Turin, als Aida zur Eröffnung der Saison 2006 in der Mailänder Scala und zuletzt als Amelia in Verdis Un Ballo in Maschera in Florenz. Die Rolle der Isolde führte Violeta Urmana in das hochdramatische Gebiet der Wagner-Oper, und nachdem sie diese mehrfach in Konzertaufführungen gesungen hatte, gab sie ihr voll inszeniertes Debüt im Juli 2008 in Japan, mit der Opéra Bastille unter der Leitung von Semyon Bychkov. Im Dezember sang sie ihr Debüt in der Titelrolle von Glucks Iphigénie en Tauride in Valencia. 2010 gab sie ihr hochgelobtes Debüt in der Rolle der „Odabella“ in Verdis Attila unter der Leitung von Riccardo Muti an der Met.
Zu ihren Plänen gehören Tosca in Berlin, Madrid, Amsterdam und Wien, La Gioconda in Karlsruhe und Paris, Mahlers Achte Symphonie in Turin, Rimini und München, Verdis Requiem in Wien, Rückert-Lieder in Moskau, St. Petersburg und beim Usedom Festival, wo sie auch ein Liederabend präsentieren wird, La Forza del Destino in Paris, Wien und Barcelona, Aida in New York, Cavalleria rusticana in Paris, Gurre-Lieder in Wien, Macbeth in Madrid, Siegfried (im Konzert) in Berlin, Tristan und Isolde in Berlin, Wien und Paris, Parsifal und Don Carlo in Berlin.
Als Konzert- und Liedsängerin präsentiert Violeta Urmana ein breites Repertoire von Johann Sebastian Bach bis Alban Berg in allen wichtigen Musikzentren Europas, der USA und Japans. Ihre Liederabende sind musikalische Ereignisse, die von Presse und Publikum gleichermaßen gefeiert werden.
Violeta Urmana hat die Titelrolle in La Gioconda unter der Leitung von Marcello Viotti, Ausschnitte aus Tristan und Isolde und Götterdämmerung unter Antonio Pappano, Azucena in Verdis Il Trovatore unter Riccardo Muti, Cuniza in Verdis Oberto unter Sir Neville Marriner, Beethovens Symphonie Nr. 9 unter Claudio Abbado, Berlioz’ La mort de Cléopâtre unter Bertrand de Billy, Zemlinskys Maeterlinck-Lieder und Strawinskys Le Rossignol unter James Conlon, Mahlers Zweite Symphonie unter Kazushi Ono sowie Mahlers Das Lied von der Erde und Rückert-Lieder unter Pierre Boulez aufgenommen. Verdis Requiem mit Violeta Urmana in der Sopranrolle, unter der Leitung von Semyon Bychkov mit dem WDR Sinfonieorchester, wurde im Juli 2008 veröffentlicht. Im September 2009 erschien ein Puccini-Album zusammen mit Plácido Domingo und den Wiener Philharmonikern bei Deutsche Grammophon mit dem Titel „Puccini Rediscovered“. Im September 2010 wurde eine Parsifal-Aufnahme mit ihr als Kundry beim Mariinsky-Label veröffentlicht.
Sie ist auf zahlreichen DVDs zu hören. Die jüngsten davon sind Aida unter der Regie von Franco Zeffirelli und der musikalischen Leitung von Riccardo Chailly zur Eröffnung der Saison 2006/7 an der Scala in Mailand sowie Cavalleria rusticana in einer Produktion des Teatro Real Madrid 2007 unter der Regie von Giancarlo del Monaco und der Leitung von Jesús López-Cobos. Ihre Aida von der Scala in Mailand, La forza del destino vom Maggio Musicale 2007 in Florenz und ihre neueste Produktion Un ballo in maschera am Teatro Real Madrid.
Violeta Urmana spielt die Rolle der Kundry in Tony Palmers Film The Search for the Holy Grail.
2002 erhielt sie in London den renommierten Royal Philharmonic Society Award für Sängerinnen und 2009 die österreichische Auszeichnung „Kammersängerin“ in Wien.