Foto von Vincent Le Texier
Bassbariton

Vincent Le Texier

Über

Vincent le Texier, qualifizierter Lehrer der bildenden Künste, begann sein Gesangsstudium bei Udo Reinemann, anschließend an der École d’Art Lyrique in Paris. Ermutigt von Hans Hotter, Christa Ludwig, Elisabeth Schwartzkopf und Walter Berry entschied er sich, sich dem Gesang und einer Opernkarriere zu widmen.

1988 sang er Golaud bei der Moskauer Premiere von Pelléas et Mélisande unter der Leitung von Manuel Rosenthal. Er interpretierte die Rolle in vielen anderen Theatern, nahm an Peter Brooks experimentellem Impressions of Pelléas teil und vertiefte seine Verbindung zu Debussys Meisterwerk in Leipzig, Göteborg, Ankara, Istanbul und Damaskus sowie kürzlich an der Opéra National de Paris für die Saison 2011/2012.

Vincent le Texiers Einführung in das Barockrepertoire erfolgte unter der Leitung von Marc Minkowski. Ebenso zu Hause ist er in Mozart (Leporello, Don Giovanni, der Graf, Don Alfonso), im Repertoire des 19. Jahrhunderts (Il Barbiere di Siviglia, Der Freischütz, La Damnation de Faust, Carmen, Les Contes d’Hoffmann, La Bohème …) oder im 20. Jahrhundert (Gurlitts Wozzeck – „grand prix de la critique“ – Strauss’ Capriccio, Dallapiccolas Il Prigioniero …), wird er zu Auftritten in ganz Frankreich und im Ausland eingeladen. Zwei „mythische“ Produktionen haben seine Karriere geprägt: Prokofjews The Love of Three Oranges in Lyon und Rameaus Platée in Paris.

Immer häufiger von bedeutenden internationalen Theatern engagiert, setzte er die Interpretation seiner Lieblingsfiguren (Golaud, die vier Teufel in Hoffmann …) fort und widmete sich zugleich großen dramatischen Rollen wie Scarpia, dem Holländer, König Philipp, Rasputin (Rautavaara). Zudem sang er in der Saison 2009/2010 Wozzeck und Jochanaan an der Opéra Bastille.

Neben seinen Qualitäten als Sänger entdecken Regisseure in ihm einen feinen und intensiven Schauspieler. Sein Repertoire wurde durch selten gespielte Opern bereichert, wie Eine Florentinische Tragödie (Simone) von Zemlinsky, Der Mond (Petrus) von Orff, The Makropoulos Case (Jaroslav Prus) von Janáček, Cendrillon (Pandolfe) von Massenet. 2008 sang er seinen ersten Saint François d'Assise von Messiaen in der Salle Pleyel unter der Leitung von Myung-Whun Chung.

Die Saison 2010 führt ihn an das Théâtre de la Monnaie in Brüssel in der Titelrolle von Massenets Don Quichotte; nach Montpellier als Hindley Earnshaw in Wuthering Heights von Bernard Hermann für das Festival de Radio France und Montpellier; nach Basel als Lautrémont in Maldoror von Philipp Maintz und ans Stadttheater Bern als Scarpia.

2011 sang er Dikoi in Janáčeks Kat’ia Kabanova an der Pariser Opéra National, Jochanaan in Lüttich, Saint François in Madrid und Créon in Cherubinis Médée am Théâtre de la Monnaie (ebenfalls 2012 am Théâtre des Champs-Élysées).

Zukünftige Spielzeiten werden von Vincent le Texiers Auftritten an der Pariser Opéra National als Celio in The Love of Three Oranges und Don Estoban in Der Zwerg von Zemlinsky geprägt sein.

Sehr im Einklang mit den heutigen künstlerischen Schöpfern hat Vincent le Texier zahlreiche Werke von Komponisten wie Denis Levaillant, Georges Aperghis, Marius Constant, Kaija Saariaho, Suzanne Giraud, Philippe Manoury, Philippe Fénelon oder Flavio Testi uraufgeführt. Dennoch hat er seine Leidenschaft für die französische Mélodie und das Lied nie verloren und gibt regelmäßig Rezitale.

Die Saison 2011/2012 umfasst die Rolle des Golaud in Pelléas et Mélisande an der Opéra de Paris (live verfügbar auf medici.tv) sowie die Uraufführung von drei für ihn geschriebenen Werken von Giorgio Battistelli, Yuri Kasparov und José Manuel Lopez Lopez unter der Leitung von Daniel Kawka und dem Ensemble Orchestral Contemporain.

Vincent le Texiers Diskographie ist reichhaltig und umfangreich, oft mit seltenen Werken von Komponisten wie Marais, Grétry, Ropartz, Bloch oder Boulanger.

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