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Komponist

Rodion Konstantinowitsch Schtschedrin

16. Dezember 1932 - Moskau (Russland) — 29. August 2025 - München (Deutschland)

© Peter Andersen

Über

Rodion Shchedrin wurde 1932 in Moskau in eine musikalische Familie geboren: Sein Vater war Komponist und Lehrer für Musiktheorie. Er studierte an der Moskauer Choralschule und schloss 1955 am Moskauer Konservatorium ab, wo er Komposition und Klavier studierte. Seine ersten bedeutenden Werke schrieb er in seinen frühen Zwanzigern. Shchedrin war nie Mitglied der Kommunistischen Partei, und beim Zusammenbruch des sowjetischen Regimes konnte er sich weltweit intensiver am musikalischen Leben beteiligen. Er teilt seine Zeit nun zwischen München und Moskau auf. Als virtuoser Pianist hat Shchedrin oft seine eigenen Werke aufgeführt, zu denen fünf Klavierkonzerte, Sonaten sowie 24 Präludien und Fugen für Klavier gehören. Über ein Jahrzehnt widmete er viel Zeit und Energie der Leitung des Russischen Komponistenverbandes, nachdem er auf Wunsch von Dmitri Schostakowitsch, dem Gründer des Verbandes, dessen Nachfolge angetreten hatte. In seiner Oper „Dead Souls“ und dem Ballett „Anna Karenina“ brachte er Klassiker der russischen Literatur auf die Musikbühne. Alle wurden im Bolschoi-Theater aufgeführt, wodurch Shchedrin der erste Komponist wurde, der dort in der 200-jährigen Geschichte sieben Werke inszeniert bekam. Shchedrins Chorwerke, die auf Texten russischer Dichter basieren, werden ebenso häufig aufgeführt wie seine zwei Sinfonien und fünf Orchesterkonzerte. 1992 verlieh ihm Präsident Boris Jelzin den Russischen Staatspreis für sein Werk „Der versiegelte Engel“. Shchedrin ist es gelungen, traditionelle und neue Formen zu synthetisieren, indem er jede zeitgenössische Kompositionstechnik, einschließlich aleatorischer und serieller Verfahren, einsetzt. Seine Hinwendung zum russischen Folklore und Volksmusik, zur russischen Poesie und Literatur ist in seinem Gesamtwerk deutlich erkennbar, was ihn zu einem vornehmlichen russischen Komponisten macht, dessen Stimme dennoch die gesamte Menschheit anspricht. Seit 1989 ist Shchedrin Mitglied der Berliner Akademie der Künste.

Rodion Shchedrin hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten. 1983 wurde er zum Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste der Deutschen Demokratischen Republik ernannt, zwei Jahre später zum Ehrenmitglied des Internationalen Musikrats und 1989 zum Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. 1992 verlieh der russische Präsident Boris Jelzin dem Komponisten den Staatspreis für sein Chorwerk „Der versiegelte Engel“. Ein Jahr später erhielt Shchedrin den Dmitri-Schostakowitsch-Preis und 1995 den Crystal Award des Weltwirtschaftsforums in Davos. 2002 wurde er vom Pittsburgh Symphony Orchestra zum Komponisten des Jahres ernannt. Im selben Jahr wurde ihm der Staatliche Orden der Russischen Föderation verliehen. 2005 wurde er zum Ehrenprofessor am Konservatorium St. Petersburg ernannt und 2008 am Zentralen Konservatorium für Musik in Peking. Rodion Shchedrin wurde 2007 mit dem Russischen Staatlichen Orden 2. Klasse „für Verdienste um sein Land“ ausgezeichnet.

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