
Ébène Quartett
© Julien Mignot
Über
Pierre Colombet, Violine
Gabriel Le Magadure, Violine
Adrien Boisseau, Bratsche
Raphaël Merlin, Violoncello
„Ein Streichquartett, das sich mühelos in eine Jazzband verwandeln kann“, schrieb die New York Times nach einem Auftritt des Quatuor Ebène im Jahr 2009. Das Ensemble eröffnete mit Debussy und Haydn und improvisierte anschließend über ein Filmmusikthema – mit genau derselben Begeisterung und Leidenschaft.
Was 1999 als Ablenkung in den Übungsräumen der Universität für die vier jungen französischen Musiker begann, ist zu einem Markenzeichen des Quatuor Ebène geworden und hat nachhaltige Nachwirkungen in der Musikszene erzeugt. Die vier hauchen der Kammermusik neues Leben ein durch ihre konsequent direkte, aufgeschlossene Perspektive auf die Werke. Unabhängig vom Genre nähern sie sich der Musik mit Demut und Respekt. Sie wechseln mit Begeisterung die Stile und bleiben dabei sie selbst: mit all der Leidenschaft, die sie für jedes Stück empfinden und die sie direkt und authentisch auf die Bühne und zu ihrem Publikum bringen.
Es gibt kein einzelnes Wort, das ihren Stil beschreibt: sie haben ihren eigenen geschaffen. Ihr traditionelles Repertoire leidet nicht unter ihrem Engagement für andere Genres; vielmehr bringt ihre freie Verbindung verschiedener Stile eine produktive Spannung in ihre Musik. Von Anfang an wurde die Komplexität ihres Schaffens von Publikum und Kritikern begeistert aufgenommen.
Nach Studien beim Quatuor Ysaÿe in Paris sowie bei Gábor Takács, Eberhard Feltz und György Kurtág errang das Quartett einen beispiellosen Sieg beim ARD-Musikwettbewerb 2004. Dies markierte den Beginn ihres Aufstiegs, der in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen gipfelte.
Die Konzerte des Quatuor Ebène zeichnen sich durch einen besonderen Élan aus. Mit ihrem charismatischen Spiel, ihrem frischen Zugang zur Tradition und ihrem offenen Engagement für neue Formen ist es den Musikern gelungen, ein breites Publikum junger Zuhörer zu erreichen; ihr Wissen geben sie in regelmäßigen Meisterkursen am Conservatoire Paris weiter.
Im Jahr 2005 gewann das Ensemble den Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung. Seitdem arbeitet die Stiftung eng mit den Musikern zusammen und ermöglicht es ihnen – seit 2009 – wertvolle alte Instrumente aus Privatsammlungen zu spielen.
Die CDs des Quatuor Ebène mit Aufnahmen von Musik von Haydn, Bartók, Debussy, Fauré, Mozart und den Mendelssohn-Geschwistern wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Gramophone Award, der ECHO Klassik, der BBC Music Magazine Award und der Midem Classic Award. Ihr Album Fiction von 2010 mit Jazz-Arrangements festigte ihre einzigartige Position in der Kammermusikszene ebenso wie ihre Crossover-CD Brazil von 2014. Im Herbst 2014 veröffentlichte Erato A 90th Birthday Celebration, eine Live-Aufnahme (CD und DVD) des Geburtstagskonzerts von Menahem Pressler in Paris. In den Jahren 2015/2016 konzentrierten sich die Musiker auf das Genre des Liedes. Sie arbeiteten mit Philippe Jaroussky für die CD Green (mélodies françaises) zusammen, die den BBC Music Magazine Award 2016 gewann, und veröffentlichten eine Schubert-CD mit Liedern, aufgenommen mit Matthias Goerne (Arrangements für Streichquartett, Bariton und Kontrabass von Raphaël Merlin) sowie das Streichquintett mit Gautier Capuçon.
Das grundlegende klassische Repertoire für Streichquartett bleibt ein Eckpfeiler: In dieser Saison wird sich das Quatuor Ebène auf die frühen und mittleren Streichquartette von Ludwig van Beethoven konzentrieren.
In der Saison 2016/2017 wird das Quartett in der Elbphilharmonie Hamburg, der Philharmonie Luxemburg und der Carnegie Hall New York sowie bei den Salzburger Festspielen und dem Menuhin Festival Gstaad auftreten.