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Dirigent

Otto Klemperer

14. Mai 1885 - Breslau (Deutschland) — 6. Juli 1973 - Zürich (Schweiz)

Über

Otto Klemperer gab 1906 sein Debüt mit einer Aufführung von Orphée aux enfers von Offenbach. Ein Jahr später traf er Gustav Mahler, der für ihn eine Stelle als Chorleiter der Deutschen Oper in Prag arrangierte. Nach kurzer Zeit dort wurde er zum Musikdirektor ernannt und gab sein Debüt mit von Webers Der Freischütz. 1910 wurde er auf Mahlers Veranlassung zum Musikdirektor des Stadttheaters in Hamburg ernannt. Von 1913 bis 1914 war er Dirigent in Barmen; von 1914 bis 1917 war er auf Hans Pfitzners Veranlassung in Straßburg tätig. Danach ging er nach Köln und wurde dort 1923 zum Chefmusikdirektor; 1920 dirigierte er die Uraufführung von Die tote Stadt von Korngold in Köln.

1924 wechselte er in derselben Funktion nach Wiesbaden und 1927 an die Kroll-Oper in Berlin, wo er insbesondere die zeitgenössische Musik förderte und mit vielen Uraufführungen internationale Anerkennung fand. Während seiner Zeit in Wiesbaden wurden Oedipus Rex von Igor Strawinsky (1928) und Neues vom Tage von Paul Hindemith (1929) uraufgeführt; er dirigierte die Berliner Premieren von Erwartung von Arnold Schönberg, Cardillac von P. Hindemith und Z mrtveho domu von Janáček. Nach der Schließung der Kroll-Oper 1931 ging Klemperer an die Staatsoper, bevor er 1933 aus Deutschland emigrierte. Noch im selben Jahr übernahm er die Leitung des Los Angeles Philharmonic Orchestra (bis 1939); von 1937 bis 1938 dirigierte er auch das Pittsburgh Symphony Orchestra. Er studierte Komposition bei A. Schönberg. 1939 wurde er wegen eines Gehirntumors operiert und blieb teilweise gelähmt.

Otto Klemperer setzte die Tradition der großen deutschen Dirigenten des 20. Jahrhunderts fort und wurde vor allem von Gustav Mahler beeinflusst. Seine Interpretationen zeichnen sich durch große dramatische Kraft aus. Neben den bereits erwähnten Opern-Uraufführungen dirigierte er Konzert für Bratsche und Orchester von Paul Hindemith (1927), die Begleitmusik zu einer Lichtspielszene (1930) und die Suite für Streichorchester (1935) von A. Schönberg für den Konzertsaal. Als Komponist verdanken wir ihm eine Oper, sechs Sinfonien, eine Messe, Kammermusik und Liedkompositionen.

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