Foto von Nikita Magaloff
Klavier

Nikita Magaloff

http://www.naxos.com/

Über den Künstler

Nikita Magaloff war eine der interessantesten und charismatischsten Tastenfiguren des zwanzigsten Jahrhunderts. Viele seiner Aufnahmen sind noch verfügbar und in modernem Klang; doch hier war ein Mann, der ein Freund von Rachmaninow, Prokofjew, von dem er Kompositionsunterricht nahm, und Ravel war, der ein begeisterter Bewunderer war. Magaloff konzertierte mit den wichtigsten Dirigenten und Orchestern seiner Zeit und auf den renommiertesten Festivals. Er arbeitete auch mit führenden Streichern zusammen, wie dem Geiger Joseph Szigeti. Obwohl Magaloff in Russland geboren wurde, war er weltoffen und hatte ein breites Repertoire, das Chopin bevorzugte: Er spielte viele reine Chopin-Konzerte und hatte die Auszeichnung, der erste Pianist zu sein, der alle Klavierwerke Chopins aufnahm. Sein Repertoire umfasste aber auch Beethoven, Mendelssohn, Mozart, Brahms, Schumann, Liszt, Debussy, Ravel, Fauré, Prokofjew, Rachmaninow, Strawinsky, Skrjabin und zahlreiche andere. Viele von Magaloffs Aufnahmen sind bei Philips und Decca erhältlich.

Magaloff wurde am 8. Februar (26. Januar, julianischer Kalender oder alter Stil) 1912 in Sankt Petersburg, Russland, geboren. Seine Familie floh vor der Revolution, als er sechs Jahre alt war, reiste zunächst nach Finnland, dann in die Vereinigten Staaten und ließ sich schließlich 1922 in Paris nieder. Magaloffs erste fortgeschrittene Studien absolvierte er am Pariser Konservatorium, wo sein Hauptlehrer Isidor Philipp war.

In den 1920er Jahren traf Magaloff in Paris Prokofjew, Ravel und Rachmaninow, Komponisten, deren Musik und Einfluss eine bedeutende Rolle in seiner Karriere spielten. Dort freundete er sich auch mit Szigeti an, einem Mann, dem er zuschrieb, ihn mit einem breiten Spektrum an Kammermusik vertraut gemacht zu haben und dessen Tochter er später heiratete.

Während Magaloff von den 1920er bis in die 1950er Jahre im Konzertsaal und Aufnahmestudio aktiv war, schien seine Karriere nach 1960 richtig Fahrt aufzunehmen. Dieser Aufschwung könnte auf das Ende seiner Lehrtätigkeit zurückzuführen sein: Von 1949 bis 1959 hielt er regelmäßig Meisterklassen am Genfer Konservatorium ab. Doch vielleicht verdankte ein Teil von Magaloffs spätem Erfolg auch eine Veränderung seines Stils: Er ging mehr Risiken ein, zeigte größere Leidenschaft und spielte, man könnte sagen, mit mehr Geist.

Die meisten von Magaloffs verfügbaren Aufnahmen entstanden nach 1960. Er blieb in den letzten drei Jahrzehnten seiner Karriere beschäftigt und verlangsamte kaum sein Tempo, selbst gegen Ende: In der Saison 1990-1991 gab er eine sechsteilige Konzertreihe, die nahezu das gesamte Chopin-Werk umfasste. Er starb am 26. Dezember 1992 in Vevey, Schweiz, an Krebs.

Videos zum (Wieder)entdecken

Loading...