
Michael Volle
29. März 1960 - Freudenstadt
© Gisela Schenker
Über
Sein außergewöhnliches stimmliches Talent und seine kraftvolle Bühnenpräsenz haben den deutschen Bariton Michael Volle als einen der gefragtesten Sänger seiner Generation etabliert. Inspiriert von seinen Lehrern Josef Metternich und Rudolf Piernay, hat er die Bühnen der weltweit renommiertesten Opernhäuser als heroischer Bariton erobert, ohne dabei seine Leidenschaft für das intimere Konzert- und Liedrepertoire zu verlieren.
Nach frühen Engagements in Mannheim, Bonn, Düsseldorf und Köln wurde er Mitglied der Ensembles am Opernhaus Zürich und der Bayerischen Staatsoper in München, wo die Grundlage für eine gefeierte internationale Karriere gelegt wurde. Diese Karriere führte ihn seither als Gastkünstler an alle großen internationalen Opernbühnen, darunter die Opernhäuser in Berlin, die Staatsopern Hamburg, Dresden, München und Wien, das Festspielhaus Baden-Baden, die Opéra National de Paris, das Royal Opera House Covent Garden in London, das Teatro Real in Madrid, das Liceu in Barcelona, die Scala in Mailand und die Metropolitan Opera in New York sowie zu den Festspielen in Bregenz, Salzburg und dem Wagner-Festival in Bayreuth.
Michael Volle hat sich insbesondere als Interpret der Werke Richard Wagners einen besonderen Ruf erworben. Zu seinen wichtigsten Rollen zählen Wotan/Wanderer im Wagner’schen Ring des Nibelungen und Hans Sachs in Die Meistersinger von Nürnberg. Darüber hinaus bilden die Rollen von Richard Strauss und die großen Baritonpartien des italienischen Repertoires, insbesondere die von Giuseppe Verdi, einen zentralen Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens. In der Saison 2024/25 war er in Neuproduktionen von Rheingold, Walküre und Siegfried an der Scala in Mailand (Regie: David McVicar) zu erleben, wo der Ring in der Saison 2025/26 mit zwei kompletten Zyklen vollendet wird. Die Wiener Staatsoper bleibt ebenfalls ein regelmäßiger Bestandteil seines Kalenders; in dieser Saison tritt er dort in zwei Ring-Zyklen auf. Im November 2025 kehrt er an die Staatsoper Unter den Linden in Berlin in der Titelrolle von Falstaff zurück, nachdem er dort bereits im September 2025 als Wotan/Wanderer zu erleben war, und übernimmt die Rolle des Mandryka (Arabella) am Opernhaus Zürich. Die Saison endet mit dem 150-jährigen Jubiläum der Bayreuther Festspiele, wo er in zwei Ring-Zyklen sowie als Amfortas in Parsifal auftreten wird.
Das vielseitige Repertoire des Künstlers umfasst außerdem weitere Rollen von Wagner und Strauss – wie Holländer, Wolfram, Jochanaan, Barak und Orest – sowie Verdis Iago und Nabucco, Puccinis Scarpia, Marcello und Jack Rance sowie Mozarts Graf, Don Giovanni und Don Alfonso. Sein Repertoire erstreckt sich darüber hinaus auf Werke von Mussorgsky (Boris Godunow) und Berg (Wozzeck, Dr. Schön/Jack the Ripper).
Neben seinen Opernengagements tritt Michael Volle regelmäßig auf der Konzertbühne auf und arbeitet mit führenden Orchestern und Dirigenten wie Daniel Barenboim, Zubin Mehta, Christian Thielemann, Antonio Pappano, Valery Gergiev, Simon Rattle, Thomas Hengelbrock, Franz Welser-Möst, Yannick Nézet-Séguin, Kirill Petrenko und vielen anderen zusammen.
Michael Volle legt zudem besonderen Wert auf das Kunstlied-Recital. Er widmet seine Programme vor allem der deutschen Liedtradition und begeistert das Publikum mit seinen tief expressiven Interpretationen. Im April und Mai 2026 ist er in zwei Recitals – in Zürich und Budapest – mit seinem langjährigen Klavierpartner Prof. Helmut Deutsch zu hören.
Zahlreiche CD- und DVD-Aufnahmen dokumentieren seine herausragende künstlerische Laufbahn. 2009 wurde ihm der Deutsche Theaterpreis „DER FAUST“ verliehen, und das Magazin OPERNWELT ernannte ihn in den Spielzeiten 2007/2008, 2013/2014 und 2022/23 zum „Sänger des Jahres“. In Anerkennung seiner herausragenden Leistungen auf der Bühne wurde der außergewöhnliche Künstler bei den Oper! Awards 2023 mit dem Preis „Bester männlicher Sänger“ ausgezeichnet.