
Mariana Rewerski
Über den Künstler
Die Mezzosopranistin Mariana Rewerski ist eine vielseitige und dynamische Künstlerin, die in ihren Auftritten die Leidenschaft mitbringt, die man von einer gebürtigen Buenos Aires, Argentinien, erwarten würde. Mit einer lyrisch schönen und äußerst vielseitigen Stimme hat sie viele der wichtigen Rollen aus dem Standardrepertoire verkörpert und gleichzeitig weniger häufig aufgeführte Werke von der mittelalterlichen und barocken Musik bis hin zur neuen Musik aufstrebender zeitgenössischer Komponisten gesucht. Ob in der Oper, Kammermusik, im Oratorium oder im Lied – sie etabliert sich international als seltenes Talent.
Während sie ein Diplom im Klavierspiel am Nationalkonservatorium in Buenos Aires erwarb, gewann sie 2000 den ersten Preis beim Academia Bach Shell CAPSA Gesangswettbewerb. Sie wurde sofort in das renommierte Institut für Kunst des Teatro Colón aufgenommen. Dort wurde sie ausgewählt, Cherubino am Teatro Colón zu singen, wo sie später als Dorabella, Hermia (Brittens Ein Sommernachtstraum) und Charlotte zurückkehrte. Während dieser Zeit schloss sie sich Ensembles wie Juventus Lyrica und Buenos Aires Lírica an und gab ihr Debüt in vielen wichtigen Rollen am Teatro Avenida, darunter Carmen, Dorabella, Isabella, Cherubino, Second Lady, die Nachbarin in Strawinskys Mavra, Rollen in L’enfant et les sortilèges sowie die Titelrolle in Offenbachs La belle Hélène.
Mariana wurde anschließend ins Internationale Opernstudio in Zürich eingeladen, wo sie Clarice in Rossinis La Pietra del Paragone sowie zahlreiche kleinere Rollen auf der Hauptbühne der Zürcher Oper sang. Mit ihrem Wohnsitz in Europa vervollständigte sie ihre Ausbildung durch Studien an der Scuola Musicale di Milano sowie am IDEV in Paris und gab Debüts als Hermia in Brittens Ein Sommernachtstraum an der Opéra de Nice und als Zerlina in Porrentruy (Schweiz) in einer Fernsehproduktion der Fondation Axiane mit dem Barockorchester Capriccio Basel.
Als leidenschaftliche Interpretin barocker Musik sang sie Ottavia in Monteverdis L’incoronazione di Poppea mit William Christie und Les Arts Florissants, Dido in Purcells Dido and Aeneas, Euridice in Charpentiers La descente d’Orphée aux enfers, Cavalieris Rappresentatione d’Anima et di Corpo, Cavallis La virtú degli strali d’amore und Gli amori d'Apollo e di Dafne, Rameaus Les Indes Galantes und zuletzt Argene in Vivaldis L’Olimpiade auf Schloss Schwetzingen (Heidelberger Opernhaus) sowie Händels Rinaldo (Titelrolle) am Nationaltheater in der Tschechischen Republik. Künstlerisch und persönlich wurde sie auch tief von der großen Sängerin und Musikwissenschaftlerin Ann-Marie Deschamps beeinflusst. Mit ihrem Ensemble Venance Fortunat wurde Mariana in die Aufführungspraxis mittelalterlicher Gesänge und die Interpretation von Handschriften wie dem Gradual de Bellelay eingeführt.
Weitere Theater, an denen Mariana aufgetreten ist, umfassen das Teatro de la Zarzuela (Madrid), Teatro Politeama Garibaldi (Palermo, Italien), Teatro del Círculo (Rosario, Argentinien), Teatro Arriaga (Bilbao) sowie Festivals wie das Prager Frühlingsfestival und das St.-Wenzels-Musikfestival in Ostrava (Tschechische Republik), Festival de Sully et Loiret, Festival de Vézelay, Festival de Pontoise, Festival de Sablé, Festival de la Chaise Dieu und Festival d'Ambronay (Frankreich), Festival de Wallonie, Festival de Flandres (Belgien) sowie das Latino America-Baroque Music Festival in Chiquitos (Bolivien) und die Oficina de Musica Antiga in Curitiba (Brasilien).
Im Oratorium und Konzert gab sie ihr Debüt im Teatro Colón mit dem Bach Magnificat und Vivaldi Gloria. Weitere Engagements umfassen Bachs Matthäus- und Johannespassion, die h-Moll-Messe und das Weihnachtsoratorium, Mozarts Requiem, Beethovens 9. Symphonie, Duruflés Requiem und Vivaldis Juditha Triumphans. Zuletzt war sie als Cleophe in Händels La Resurrezione sowie in Zelenkas Officium Defunctorum und I Penitenti al Sepolchro del Redentore zu hören.
Als leidenschaftliche Liedsängerin verfügt sie über ein Repertoire, das eine breite Palette von Stilen und Sprachen umfasst. Seit 2001 arbeitet sie eng mit der Pianistin Valeria Briatico zusammen und führt häufig Programme auf, die das gesamte Spektrum intimer Lieder des 19. und 20. Jahrhunderts erkunden.
Mariana ist auf Aufnahmen als Pippo in Rossinis La gazza ladra beim Wildbad Rossini Festival unter der Leitung von Alberto Zedda (Naxos Live-Aufnahme), als la Sospecha und Terpsichore in Torrejón y Velazcos La Purpura de la Rosa, als Venus in Cavallis Gli amori di Apollo e di Dafne mit dem Elyma Ensemble (Gabriel Garrido), als Israelitischer Mann in Händels Judas Maccabaeus mit dem Ensemble Les Agremens unter Leonardo G. Alarcón sowie in der Rolle der Maddalena in Zelenkas I Penitenti al Sepolchro del Redentore mit Collegium 1704 unter Vaclav Luks zu hören.
Kommende Engagements umfassen die Titelrolle in Händels Rinaldo am Nationaltheater Prag, im Grand Théâtre de Luxembourg, an der Opéra de Caen und der Opéra de Rennes, Haydns Stabat Mater mit dem Orchestre de Chambre de Lausanne sowie die Rolle der Martha in der Uraufführung und Aufnahme von Oscar Strasnoys Un retour beim Festival Aix-en-Provence.