
Kaija Saariaho
14. Oktober 1952 - Helsinki — 2. Juni 2023 - Paris
© Maarit Kytöharju
Über den Künstler
Kaija Saariaho war ein prominentes Mitglied einer Gruppe finnischer Komponisten und Interpreten, deren Musik weltweit Wirkung zeigt. Sie studierte Komposition in Helsinki, Freiburg und Paris, wo sie seit 1982 lebte. Ihre Studien und Forschungen am IRCAM hatten einen großen Einfluss auf ihre Musik, und ihre charakteristisch üppigen und geheimnisvollen Klangtexturen wurden oft durch die Kombination von Live-Musik und Elektronik geschaffen.
Obwohl ein großer Teil ihres Werks aus Kammermusik besteht, wandte sie sich ab Mitte der neunziger Jahre zunehmend größeren Besetzungen und umfassenderen Strukturen zu, wie den Opern L’Amour de loin, Adriana Mater und Emilie. Um die Opern herum entstanden weitere Vokalwerke, insbesondere das bezaubernde Château de l’âme (1996), Oltra mar (1999), Quatre instants (2002) und True Fire (2014). Das Oratorium La Passion de Simone, das das Leben und den Tod der Philosophin Simone Weil darstellt, war Teil von Sellars’ internationalem Festival „New Crowned Hope“ in den Jahren 2006/07. Die Kammermusikfassung des Oratoriums wurde 2013 von La Chambre aux echos beim Bratislava Melos Ethos Festival uraufgeführt.
Saariaho erhielt die wichtigsten Kompositionspreise wie den Grawemeyer Award, den Wihuri-Preis, den Nemmers-Preis, den Sonning-Preis und den Polar Music Prize. 2018 wurde sie mit dem Frontiers of Knowledge Award der BBVA Foundation ausgezeichnet. 2015 war sie Jurorin des Toru Takemitsu Composition Award. Immer an starken Bildungsprogrammen interessiert, war Kaija Saariaho Musikmentorin der Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative 2014-15 und 2015 Gast an der Musikabteilung der U.C. Berkeley.
Only The Sound Remains, ihre jüngste Opern-Kollaboration mit Peter Sellars, wurde 2016 in Amsterdam uraufgeführt. Im selben Jahr wurde ihre erste Oper L'Amour de loin in einer neuen Inszenierung von Robert Le Page bei der New Yorker Premiere der Metropolitan Opera präsentiert. Die Park Avenue Armory und das New York Philharmonic veranstalteten eine Feier ihrer Orchestermusik mit visueller Begleitung.
Im Februar 2017 erwachte Paris mit ihrem Werk zum Leben, als sie als Komponistin beim Festival Présences von Radio France vorgestellt wurde. Ihre letzte Oper, Innocence, erlebte im Juli 2021 ihre Weltpremiere beim Festival d’Aix-en-Provence.