
Jukka-Pekka Saraste
22. April 1956 - Heinola, Finnland
© Felix Broede
Über
Jukka-Pekka Saraste hat sich als einer der herausragenden Dirigenten seiner Generation etabliert und dabei bemerkenswerte musikalische Tiefe und Integrität gezeigt. Geboren in Heinola, Finnland, begann er seine Karriere als Geiger, bevor er bei Jorma Panula an der Sibelius-Akademie in Helsinki das Dirigieren erlernte. Als Künstler von außergewöhnlicher Vielseitigkeit und Breite und bekannt für seinen objektiven Ansatz fühlt er eine besondere Verbundenheit mit dem Klang und Stil der Spätromantik. Er pflegt eine besonders enge Verbindung zu den Werken von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch, Strawinsky und Sibelius und ist international für seine Interpretationen von Mahler gefeiert.
Im April 2022 wurde Jukka-Pekka zum Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter des Helsinki Philharmonic Orchestra ernannt. Er wird sein Amt im Sommer 2023 antreten. Von 2010 bis 2019 war er Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters in Köln. Während seiner Amtszeit erwarb sich das Orchester sowohl im Inland als auch im Ausland einen hervorragenden Ruf und unternahm Tourneen nach Österreich, Spanien, in die baltischen Staaten und nach Asien. Die sinfonischen Zyklen von Sibelius, Brahms und Beethoven wurden außerordentlich gut aufgenommen. Zuvor war Jukka-Pekka Saraste von 2006 bis 2013 Musikdirektor und Chefdirigent des Oslo Philharmonic Orchestra. Anschließend wurde er zum Conductor Laureate ernannt, dem allerersten Titel dieser Art, der vom Orchester verliehen wurde. Frühere Positionen umfassen die Chefdirigate des Scottish Chamber Orchestra, des Finnischen Radio-Sinfonieorchesters, bei dem er heute Conductor Laureate ist, sowie des Toronto Symphony Orchestra. Er war außerdem Principal Guest Conductor des BBC Symphony Orchestra und Künstlerischer Berater des Lahti Symphony Orchestra. Er gründete das Finnish Chamber Orchestra, bei dem er weiterhin als Künstlerischer Berater tätig ist. Nicht zuletzt ist Jukka-Pekka Saraste Gründungsmitglied der LEAD! Foundation, einem Mentorenprogramm für junge Dirigenten und Solisten. Die Stiftung mit Sitz in Finnland hat Projekte in Stockholm, Lausanne, Dortmund und Sofia durchgeführt. Im Jahr 2020 initiierte sie zudem das jährliche Fiskars Summer Festival, eine internationale Plattform für finnische und internationale Künstler, um ihr Wissen und ihre Erfahrung an die nächste Generation von Dirigenten aus aller Welt weiterzugeben.
Jukka-Pekka Saraste's Gastengagements führten ihn zu den bedeutendsten Orchestern weltweit, darunter das London Philharmonic Orchestra, Philharmonia Orchestra, Gewandhausorchester Leipzig, Münchner Philharmoniker, Staatskapelle Dresden, Bayerisches Staatsorchester, Staatskapelle Berlin, Royal Concertgebouw Orchestra, Rotterdam Philharmonic, Wiener Symphoniker, NHK Symphony Orchestra, Orchestre de Paris und die führenden skandinavischen Orchester. In Nordamerika dirigierte er das Cleveland Orchestra, Boston Symphony, Chicago Symphony, San Francisco Symphony, Pittsburgh Symphony, Los Angeles Philharmonic, Detroit Symphony, New York Philharmonic sowie das Orchestre Symphonique de Montréal. In den letzten Jahren hat Jukka-Pekka Saraste ein starkes Profil in der Oper entwickelt und nach Konzertaufführungen von Strawinskys Oedipus Rex, Schönbergs Erwartung und Bartóks Bluebeard’s Castle großen Erfolg am Theater an der Wien in Wien mit einer neuen szenischen Produktion von Mendelssohns Elijah, inszeniert von Calixto Bieito, sowie Korngolds Die tote Stadt an der Finnischen Nationaloper gefeiert. In der Saison 2020-2021 dirigierte er eine Neuproduktion von Reimanns Lear an der Bayerischen Staatsoper in München, die im Januar 2023 wieder aufgenommen wurde.
Jukka-Pekka Saraste´s umfangreiche Diskografie umfasst die vollständigen Sinfonien von Sibelius und Nielsen mit dem Finnischen Radio-Sinfonieorchester sowie mehrere wohlwollend aufgenommene Aufnahmen mit dem Toronto Symphony Orchestra von Werken von Bartók, Dutilleux, Mussorgsky und Prokofiev für Warner Finlandia. Seine CDs mit dem WDR Sinfonieorchester für Hänssler erhielten ebenfalls viel Kritikerlob. Dazu gehören Schönbergs Pelleas und Melisande, Strawinskys Le Rossignol, Brahms’ vollständige Sinfonien sowie Mahlers 5. und 9. Sinfonie und Bruckners Sinfonie Nr. 8. Der vollständige Zyklus der Beethoven-Sinfonien kann als Vermächtnis seiner Amtszeit in Köln angesehen werden.
Jukka-Pekka Saraste hat den Pro Finlandia-Preis, die Sibelius-Medaille und den Finnischen Staatspreis für Musik erhalten. Er besitzt Ehrendoktorwürden der York University, Toronto, und der Sibelius-Akademie, Helsinki. Im Jahr 2023 wurde ihm der Kommandeur des Ordens des Löwen von Finnland verliehen.
