
Javier Camarena
© Oscar Ponce
Über
Javier Camarena wurde in Veracruz (Mexiko) geboren und studierte Gesang an der Universität Guanajuato. Im Jahr 2004 gewann er den ersten Preis beim Carlo Morelli Gesangswettbewerb in Mexiko und 2005 den Juan Oncinas-Preis beim Francisco Viñas Wettbewerb in Barcelona.
Sein Debüt gab er 2004 in Mexiko im Palacio de Bellas Artes als Tonio in La Fille du Régiment. In Mexiko sang er anschließend Belmonte (Die Entführung aus dem Serail), Nemorino (L’Elisir d’amore), Ernesto (Don Pasquale) und Dorvil (La Scala di Seta).
Javier Camarena wurde zuletzt in der Opernwelt zum Gesprächsthema, als er sich in die Reihen von Luciano Pavarotti und Juan Diego Flórez einreihte und der dritte Sänger in 70 Jahren wurde, der im Metropolitan Opera House eine Zugabe gab, als er während einer Aufführung von Rossinis La Cenerentola Ramiros Arie "Si ritrovarla io giuro" sang und das Publikum begeisterte. Später wiederholte er diesen historischen Erfolg im Teatro Real in Madrid mit der Zugabe „Ah! Mes amis quelle jour de fête“ aus Donizettis La fille du régiment. Camarena ist der einzige Tenor in der Geschichte beider Opernhäuser, der bei zwei aufeinanderfolgenden Aufführungen Zugaben sang.
Im Vorfeld seiner Rückkehr an die MET im März 2016 widmete das Opera News Magazine ihm das Cover der 80. Jubiläumsausgabe. „Tenor-Sensation“, wie Scott Barnes ihn in der Titelgeschichte CAMARENA GOLD präsentierte, heißt es dort: „Seine gut dimensionierte Stimme ist von ungewöhnlicher Schönheit von unten bis oben; besonders der Mittelbereich der Stimme ist viril und dunkel in der Farbe, aber mit einem glänzenden Schimmer… Rezitative, subito Pianos, lange Diminuendi auf hohen Tönen, geschmackvolle Rubati, Kadenzen und Variationen, die aus dem Drama geboren sind… Ein Laie könnte ihn ‚natürlich‘ nennen, aber an dem theatralischen Drahtseilakt, den er so gut beherrscht, ist sicherlich nichts natürlich. ‚Wahrhaftig‘ ist ein besserer Begriff.“
Schon in den frühen Jahren seiner Karriere verschaffte ihm seine hinreißende Stimme Hauptrollen im Belcanto-Repertoire unter der Leitung einiger der herausragendsten Dirigenten wie Claudio Abbado oder Zubin Mehta. Er trat in einigen der bedeutendsten Opernhäuser, Konzerthallen und Festivals Europas und der Vereinigten Staaten sowie in Chile, Kolumbien und seinem Heimatland Mexiko auf.
Zukünftige Projekte umfassen unter anderem sein Debüt an der Royal Opera Covent Garden als Almaviva (Il Barbiere di Siviglia), Ramiro (La Cenerentola) in München und Bilbao, seine Rückkehr an die Met (Il Barbiere di Siviglia und I Puritani), Zürich (I Puritani und Il Barbiere di Siviglia) sowie sein Debüt als Duca (Rigoletto) am Gran Teatro Liceu in Barcelona, wo er auch in einer seiner Lieblingsrollen wieder auftreten wird: als Tonio in La Fille du Régiment.