
János Starker
5. Juli 1924 - Budapest (Ungarn) — 28. April 2013
Über den Künstler
Im Verlauf des zwanzigsten Jahrhunderts und bis ins einundzwanzigste hinein zeigte der Cellist Janos Starker ein Talent für musikalische Interpretation, das ihm Anerkennung als einen der besten Virtuosen seiner Zeit einbrachte. Im Jahr 1957 waren sich Kenner und Kritiker einig, dass seine Aufnahme der kompletten Bach-Cellosuiten einen neuen Maßstab für die Aufführung dieser Stücke setzte. Später, im März 1995, nahm der halb im Ruhestand befindliche Starker seine fünfte separate Aufnahme der Bach-Suiten auf, eine beispiellose Leistung für einen Streichinstrumentalisten. Er bewahrte zudem eine unsterbliche Hingabe an die Musikerziehung und brachte mit seiner selbstbewussten, aber bescheidenen Haltung während der Aufführung eine neue Bescheidenheit in die Kunst des klassischen Musikers ein.
Janos Starker, Sohn von Sandor und Margit Starker, wurde am 5. Juli 1924 geboren. Er war einer von drei Brüdern und der einzige der Geschwister, der den Zweiten Weltkrieg überlebte. Mit sechs Jahren begann Starker Cellounterricht, und im Alter von zehn Jahren gab er sein erstes öffentliches Konzert. Schon zu diesem Zeitpunkt war Starker nicht nur vom Spielen seines Instruments fasziniert, sondern auch vom Unterrichten anderer. Seine Hingabe, anderen beim Erlernen des Spiels zu helfen, war eine Eigenschaft, die ihn sein ganzes Leben lang begleitete.
In den frühesten Tagen seiner Karriere spielte Starker bis 1946 als Erster Cellist im Budapester Opern- und Philharmonieorchester. In jenem Jahr zog er nach Paris, Frankreich, wo er als Solist arbeitete und seine Zeit zwischen Konzertauftritten und Studioaufnahmen bis 1948 aufteilte. In Paris vollendete er die Weltpremiere der Aufnahme der unbegleiteten Sonatensuite von Zoltan Kodaly. Die Suite, die nur von wenigen Cellisten versucht worden war, erwachte unter Starkers Bogen zum Leben, und seine Interpretation des Werks brachte ihm 1948 im Alter von 24 Jahren einen Grand Prix du Disque ein.