Foto von Janina Baechle
Mezzosopran

Janina Baechle

© Kurt Pinter

Über

Janina Baechle studierte Musikwissenschaft und Geschichte an der Universität Hamburg. Gleichzeitig besuchte sie auch die Gesangsklassen von Gisela Litz an der Musikhochschule Hamburg. Heute arbeitet die Mezzosopranistin regelmäßig mit Brigitte Fassbaender zusammen.

Nach ersten Bühnenauftritten in universitären Opernproduktionen, als Kabanicha (Janáček, Katja Kabanowa) oder La zia principessa in Puccinis Suor Angelica, gab Janina Baechle 1997 ihr professionelles Debüt als Sharon Graham in Terrence McNallys Masterclass am Hamburger Thalia Theater. 1998 wurde sie Mitglied des Staatstheaters Braunschweig und sang dort bis März 2001 bedeutende Mezzorollen wie Tante in Peter Grimes, Frau Reich in Nicolais Die lustigen Weiber von Windsor, Erda sowie Fricka im Rheingold, Prinz Orlofsky und Mrs. Begbick in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny.

Bereits in dieser Zeit wurde sie als Gast eingeladen und trat seitdem an den Opernhäusern in Frankfurt, dem Festspielhaus Baden-Baden, der Semperoper Dresden, in Würzburg, Mannheim, Saarbrücken, Kiel, Basel und am Liceu Barcelona auf.

Von 2001 bis 2004 war sie Mitglied der Staatsoper Hannover, wo sie Amneris (Aida), die Gräfin Geschwitz (Lulu), Fenena (Nabucco), Cornelia (Giulio Cesare) und Octavian in Der Rosenkavalier) verkörperte und in der Peter Konwitschny-Produktion von Nonos Al gran sole carico d'amore mitwirkte (auch im Programm des Edinburgh Festivals 2004).

Brigitte Fassbaender lud die Mezzosopranistin ein, am TLT Innsbruck die Rollen der Czipra (Der Zigeunerbaron), Azucena (Il Trovatore) und die Amme in Strauss’ Frau ohne Schatten zu singen.

Von 2004 bis 2010 war Janina Baechle Mitglied der Wiener Staatsoper und sang dort Partien wie Herodias (Salome), Brigitta (Korngolds Die tote Stadt), die Marquise Berkenfield (La fille du régiment), Mrs. Quickly (Falstaff), Eboli (Don Carlo), Santuzza (Cavalleria Rusticana), Ulrica (Ein Maskenball), beide Frickas, Erdas und Waltraute im Ring-Zyklus, Brangäne (Tristan) sowie Ortrud in der Produktion von Lohengrin 2005, für die sie 2006 mit der Eberhard-Wächter-Medaille ausgezeichnet wurde (für Ortrud und Magdalena in Evangelimann an der Volksoper). Noch eng mit der Wiener Staatsoper verbunden, wird sie dort künftig als Fricka, Erda, Brangäne, Jezibaba und Waltraute zurückkehren.

Jüngste Gastengagements führten sie als Ortrud und Brangäne an die Semperoper Dresden; als Mrs. Quickly und die Amme (Frau ohne Schatten) an die Hamburgische Staatsoper, als Amneris nach Stuttgart, als Fricka (Walküre) nach San Francisco, als Mrs. Quickly nach Toulouse, als Jezibaba und Ortrud nach München, als Bruno Mantovanis Anna Achmatowa (Akhmatova Weltpremiere) an die Pariser Bastille-Oper und als Brangäne und Gaea nach Barcelona. Kürzlich sang sie die Mutter in Hänsel und Gretel in München sowie Brangäne in Paris und Wien.

Die Mezzosopranistin arbeitete unter anderem mit Regisseuren wie Martin Kusej, Brigitte Fassbaender, Andreas Homoki, Sven-Eric Bechtholf, Nicolas Joel, David Pountney und Peter Konwitschny sowie mit Dirigenten wie Seiji Ozawa, Semyon Bychkov, Franz Welser-Möst, Jonathan Nott, Ulf Schirmer, Mariss Jansons, Paolo Carignani, Pinchas Steinberg, Christian Thielemann, Kent Nagano, Donald Runnicles, Leif Segerstam und Simone Young zusammen.

Im Mai 2007 gab sie ihr Konzertdebüt mit den Wiener Philharmonikern als Alt-Solistin in Mahlers Symphonie Nr. 2, mit der sie auch ihr US-Debüt mit dem New York Philharmonic und Gilbert Kaplan in New York im Dezember 2008 gab ... eine Symphonie, die sie 2012 auch in Toulouse aufführte (Konzert-Mitschnitt auf medici.tv).

In ihren Konzert- und Liedrezitalauftritten konzentriert sie sich auf das Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts, wobei Gustav Mahler eine zentrale Rolle einnimmt. Neben der oben genannten Zweiten Symphonie sang sie alle Knaben Wunderhorn-Lieder bei den Toblacher Mahler-Wochen, Das Lied von der Erde mit Kirill Petrenko und Kent Nagano, Kindertotenlieder mit Emmanuel Plasson, Lieder eines fahrenden Gesellen im Wiener Musikverein mit Helmut Deutsch sowie Mahlers Symphonie Nr. 8 mit Jonathan Nott und Mariss Jansons. Sie trat im Rezital in Bremen, Hannover, Klagenfurt, Graz, Wien, beim Eppaner Liedsommer und den Strauss-Tagen in Garmisch auf und wurde zum Schleswig-Holstein Musikfestival, zur Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart und ins Musée d’Orsay Paris eingeladen.

Ihre erste CD, Chansons Grises, mit Liedern von Hahn, Milhaud, Boulanger und Zemlinsky, begleitet von Charles Spencer, erschien im Mai 2008, eine zweite mit Liedern von Franz Liszt folgte im Januar 2010, beide bei Marsyas.

Videos zum (Wieder)entdecken

Loading...