Foto von Ivry Gitlis
Violine

Ivry Gitlis

25. August 1922 - Haifa (Israel)

Über

Ivry Gitlis ist einer der bekanntesten Geiger seiner Zeit. Es ist ihm gelungen, die Integrität einer anspruchsvollen musikalischen Karriere mit originellen und erneuerten künstlerischen Erfahrungen zu verbinden.

Ursprünglich aus der Ukraine stammend, ließen sich Ivry Gitlis’ Eltern 1921 in Israel nieder. Ivry Gitlis wurde ein Jahr später in Haifa geboren. Seine Eltern waren keine Musiker, förderten jedoch die musikalische Entwicklung ihres Sohnes, indem sie ihm seine erste Violine schenkten. Sein Fortschritt war erstaunlich. Er studierte bei Frau Velikovsky (einer Schülerin von Adolf Busch) und gab sein erstes Konzert im Alter von sieben Jahren. Besorgt um die Vollendung seiner musikalischen Ausbildung, ließ sich Ivry Gitlis in Frankreich nieder und wurde in die Klasse von Jules Boucherit am Konservatorium aufgenommen. Mit seinem Diplom in der Tasche entschied er sich, seine Ausbildung bei Georges Enesco, Carl Flesch und Jacques Thibaud zu perfektionieren.

Nachdem der Waffenstillstand unterzeichnet war, gab Ivry Gitlis sein Debüt mit dem London Philharmonic Orchestra. Während Glenn Gould Mitte der 1950er Jahre die Wiederaufnahme der künstlerischen Beziehungen zwischen Kanada und der UdSSR einläutete, war Ivry Gitlis 1963 der erste israelische Geiger, der in einem Land spielte, das seine eigenen Künstler oft ins Exil zwang. Ivry Gitlis unternahm seine ersten Tourneen durch die Vereinigten Staaten mit Eugene Ormandy und Georges Szell und nahm die großen Konzerte seines Jahrhunderts auf (von Berg bis Bartók über Sibelius).

Ivry Gitlis entschied sich dann, sich in Paris niederzulassen, einer Stadt, in der seine Bekanntheit erheblich wuchs. Diese Berühmtheit entfernte ihn jedoch in keiner Weise von dem, was am wichtigsten war. Im Gegenteil, er war von der Musik seiner Zeit begeistert und interpretierte für ihn geschriebene Stücke wie die Pezze per Ivry von Bruno Maderna, während er die Musik von Xenakis förderte. Ivry Gitlis ist einer der wenigen Menschen, die durch ihre Begegnungen mit Zuhörern aus allen Horizonten auf jedem Kontinent Zeugnis von dem Austausch ablegen, der durch Musik möglich wird. Er ist mit zahlreichen Musikstilen vertraut und wechselt mühelos von einem zum anderen, gründet Festivals und trifft auf ganz unterschiedliche Publikumstypen. Für diesen genialen Geiger, der auch malt und schreibt, ist Musik keine Musik ohne Kommunikation und unmittelbares Teilen.

Auszeichnung: Grand Prix du Disque für die Aufnahme von Alban Bergs Konzert „Zum Andenken an einen Engel“.

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